Sinkende Bauerneinkommen

UBV reagiert auf Maier-Sager

Eine Aussage des Generalsekretärs des Landwirtschaftsministeriums (BMLRT) regt den Unabhängigen Bauernverband (UBV) auf. Dessen Vorhalt, die plakative Berechnung bei den Agrareinkommen wären „grundsätzlich unseriös“, will der Verband nicht auf sich sitzen lassen.

Der UBV rund um Präsident Karl Keplinger wehrt sich und stellt Fragen an den Generalsekretär des BMLRT. (Bildquelle: Werkbild)

In einer aktuellen Aussendung weist nun der UBV "die unqualifizierte Aussage von Herrn Maier entschieden zurück". Von den Problemen in der Land- und Forstwirtschaft und den desaströsen Einkommen der Land- und Forstwirte habe Maier keine Ahnung oder will keine haben, vermutet der UBV.

Stein des Anstoßes ist ein Sager des BMLRT-Generalsekrteärs Mag. Gernot Maier. Dieser fand die UBV-Berechnungen zu den durchschnittlichen Agrareinkommen 2019 als "grundsätzlich unseriös" – siehe unsere Onlinemeldung vom 9. September.

UBV-Präsident Karl Keplinger rechnete damals – top agrar Österreich berichtete am 21. August – vor: "Wenn man das Jahreseinkommen 2019 auf die am Hof arbeitenden Arbeitskräfte runterrechnet, ergibt das 19.000 € je Arbeitskraft. Zieht man davon die Sozialversicherungsbeiträge ab, kommt man nur mehr auf 11.000 €. Das ergibt dann einen Monatslohn von 916 € (12 Monate). Würde man auf 14 Monate rechnen, kommt man auf sage und schreibe 785 €, also weniger als die durchschnittliche Bauernpension. Und das, wo diese mit durchschnittlich 850 € die niedrigste aller Pensionen ist."

Bundesministerin Elisabeth Köstinger machte ihren Kabinettchef Gernot Maier auch zum Generalsekretär. (Bildquelle: BMLRT/Gruber)

Fragen an den BMLRT-Generalsekretär

Daher stellt der UBV nun auch folgende Fragen an Generalsekretär Maier:

  • Wie setzen sich die genannten 2,15 Mrd. € konkret zusammen?
  • Wie hoch ist das Budget des Ministeriums für den Bereich Land- und Forstwirtschaft?
  • Wie viel Prozent diese Budgets gehen direkt zu den Land- und Forstwirten?
  • Wieso blockiert der Wirtschaftsbund die Produktherkunftskennzeichnung, insbesondere in der Gastronomie?
  • Wie hoch sollte aus der Sicht des Herrn Generalsekretärs Maier das durchschnittliche Einkommen eines Land- und Forstwirtes sein?

Update am 17.09.2020 um 13 Uhr:

Laut einem Sprecher des BMLRT habe Generalsekretär Mag. Maier den UVB nicht als unseriös bezeichnet sondern vielmehr dessen Berechnung hinterfragt. Die Antworten auf die vom UBV gestellten Fragen finden sich zudem alllesamt im Grünen Bericht.

Update am 17.09.2020 um 18 Uhr:

Nun liegt auch eine Stellungnahme des BMLRT zu den UBV-Fragen vor:

Bei der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung konzentrieren wir uns, wie im Regierungsprogramm verankert ist, zunächst auf verbarbeitete Produkte und die Gemeinschaftsverpflegung, damit setzten wir zuerst bei der Industrie und in den Großküchen an, wo große Mengen abgesetzt werden. Das zuständige Gesundheitsministerium ist jetzt gefordert bis 2021 Vorschläge zu liefern.

Der Regierung und dem Bundesministerium ist die schlechte Einkommenssituation sehr wohl bewusst. Daher wurden in den vergangen Jahren verschiedene Entlastungs- und Investitionspakete im Bereich der Sozialversicherung aber auch im Bereich der Absatzmärkte geschnürt, die ab 2020 schlagend werden und das Einkommen verbessern sollen. Die detaillierten Zahlen der öffentlichen Mittel sind zudem im Grünen Bericht enthalten und auch online transparent einsehbar.


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