Offene Sozialversicherungsbeiträge

Ungleichheit bei Verzugszinsen

Die Verzugszinsen bei aushaftenden Sozialversicherungsbeiträgen wurde für Unternehmer um 2% auf 1,38% gesenkt. Landwirte werden hingegen weiterhin mit 5% belastet.

Die Ungleichheit zwischen den gewerblichen und den bäuerlichen Versicherten besteht weiter. Der Verzugszinssatz für rückständige Sozialversicherungsbeiträge wurde im ASVG mit 1. Juli 2021 und befristet bis 30. September 2022 um 2 % verringert. Damit fällt der Zinssatz von 3,38 auf 1,38 %. Doch dies gilt nur für Dienstgeber bezüglich der Beiträge für ihre Mitarbeiter. Dies hat die Sozialversicherunsganstalt der Selbständigen (SVS) auf top agrar-Anfrage via Mail bestätigt (siehe unten).*

Landwirte, die nicht rechtzeitig um Stundung ihrer vorgeschriebenen SVS-Beiträge innerhalb von zwei Wochen nach Vorschreibung angesucht haben, werden weiterhin – wie am 29. Jänner berichtet – mit einem Zuschlag von 5 % belastet. Dies hat die SVS ebenfalls bestätgt.

Im Steuerrecht hingegen wurden die Zinserleichterungen durch das 2. COVID-19-Steuermaßnahmengesetz für alle verlängert: Seit 1. Juli 2021 betragen die Stundungszinsen (befristet bis 30. Juni 2024) 2 % über dem jeweils geltenden Basiszinssatz (dieser ist aktuell negativ) pro Jahr. Rechnerisch ergibt das dann eine Mehrbelastung von 1,38 %.

* UPDATE am 03.08.2021, 9:45 Uhr
Die Meldung wurde um die damalige Antwort der SVS auf die entsprechende top agrar-Anfrage ergänzt.