Varroamilbe: Katastrophales Bienensterben befürchtet

Quer durch das Land gab es in den Monaten Oktober und November massive Völkerverluste durch die Varroamilbe. Die Höhe der Verluste lag je nach Region zwischen 20 und 100%. Ein frostiger Winter hätte verhindert, dass sich die Milben weiter ausbreiten. Da dieser ausblieb, sind die Prognosen für den Sommer besorgniserregend.

Varroa

Die Varroamilbe ist ein Parasit, der die Bienen und deren Larven durch Aussaugen so schwächt, dass diese anfällig sind für Virusinfektionen. (Bildquelle: )

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist ein Parasit, der Blut (Hämolymphe) von Bienenlarven und erwachsenen Bienen saugt. Durch diesen Primärbefall wird das Immunsystem der Bienen geschwächt. Ein Einfallstor für andere Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren wird geöffnet. Bienen, die überleben, fliegen meist zu anderen Völkern und verschleppen so die Milbe.

Die Ursachen für das starke Auftreten der Varroamilben im Vorjahr liegen einerseits bei den schlechten Witterungsverhältnissen im Sommer. Die Bienen konnten dadurch kaum Pollen sammeln und auch die Nektarversorgung war gering. Die Völker gingen geschwächt in den Winter.
Andererseits haben viele Imker die Varroamilben zu spät bekämpft oder die verwendeten Mittel haben witterungsbedingt nicht ausreichend gewirkt. Bestenfalls sollten in brutfreien Monaten November und Dezember nicht mehr als 0,5 Milben pro Tag angefallen sein. Dass das Massensterben just nach jenem Jahr, in dem erstmals Neonictoinide für den Pflanzenschutz in der Landwirtschaft verboten waren auftritt, ist für die Imker besonders bitter.

DI Peter Frühwirth, Landwirtschaftskammer Oberösterreich, erklärt, dass durch den milden Winter die Bienenvölker ein bisschen durchbrüten und sich weiter vermehren konnten. Jetzt ist das Frühjahrswetter für die weitere Entwicklung der Bienenvölker entscheidend. Frühwirth befürchtet, dass  bereits Ende Juli und August die ersten Einbrüche der Völker auftreten könnten, wenn es in die Blüte hineinregnet. Jetzt könnten die Imker nichts tun, um die Ausbreitung der Varroamilbe zu unterbinden.
 
Zur Zeit der Kirschblüte kann die Entnahme von verdeckelter Drohnenbrut umgesetzt werden. Damit können große Mengen an Varroamilben entnommen werden, ohne die Völker zu beeinträchtigen. Schlimmstenfalls ist eine vollständige Brutentnahme durchzuführen. Bei dieser arbeitsintensiven Arbeit, wird die komplette Brut entnommen und somit eine Brutpause initiiert. Die vollständige Brutentnahme wird Ende Juni/Anfang Juli durchgeführt. Da dies mit erhöhtem Mehraufwand des Imkers einhergeht, dürften die Preise für Honig steigen.



 
 


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