Vier BHV1-Fälle in Süddeutschland

In vier Betrieben im Alb-Donau-Kreis (Baden-Württemberg, ca. 100 km von der Grenze zu Vorarlberg entfernt) sind bei Blutuntersuchungen Antikörper gegen das Rinderherpes-Virus BHV1 (Bovines Herpesvirus Typ 1) festgestellt worden. Die Veterinärbehörde hat die Betriebe deshalb bereits Ende vergangener Woche gesperrt.

(Bildquelle: )

Kein Kalb, keine Kuh, kein Ochse und kein Stier darf auf den Hof gebracht oder vom Anwesen abtransportiert werden. In zwei Fällen müssen dem Landratsamt zufolge alle Rinder, insgesamt 82 Tiere, getötet werden. Das berichtet heute das Schwäbische Tagblatt auf seiner Internetseite. Fast alle dieser Rinder hätten Antikörper gegen das Herpesvirus gebildet. Das bedeute, dass sie erst kürzlich infiziert worden seien, erläutert Dr. Hans-Joachim Butscher, Leiter des Fachdienstes Verbraucherschutz, auf Anfrage. Die Gefahr, dass der Erreger weiterverbreitet werde, sei daher besonders groß.

Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, habe das Landratsamt vorsorglich 30 weitere Betriebe ebenfalls gesperrt. Diese befinden sich im Umkreis von je einem Kilometer um die vier Höfe mit Rinderherpes-Infektionen. In diesen 30 Kontaktbetrieben sei bislang kein BHV1-Fall aufgetreten, sagt Butscher.

Baden-Württemberg gilt seit Oktober 2015 als frei vom Rinderherpes-Virus BHV1 (Bovines Herpesvirus Typ 1). Dieser von der EU bestätigte Status ist für Landwirte, die Rinderzucht und -mast betreiben, enorm wichtig. Denn viele Regionen, Länder und Staaten akzeptieren ausschließlich Rinder aus BHV1-freien Gegenden.

Bei uns in Österreich wurde zuletzt Ende Jänner 2015 im Bestand eines Tiroler Rinderexporteurs die BHV1-Erkrankung (IBR/IPV) nachgewiesen, siehe hier.

Der Erreger, das Bovine Herpes Virus 1, verursacht verschiedene Krankheiten: Die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR), die Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis (IPV) und die Infektiöse Balanoposthitis (IBP). Das Virus ist weltweit verbreitet. Die Erkrankung hat laut AGES große wirtschaftliche Bedeutung: Verluste durch respiratorische Erkrankung, Rückgang der Milchleistung, Behandlungskosten, Fruchtbarkeitsstörungen, Aborte und tödliche Erkrankungen bei Neugeborenen.

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Torsten Altmann

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