Molkereien

VÖM: Höhere Aufwendungen abgelten

Der Lebensmittelhandel muss endlich die Kostensteigerungen in der Produktion und den Mehraufwand der Milchbauern und Molkereien entsprechend abgelten. Auf die Konsumenten hat das keine Auswirkungen, findet die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM).

Milchglas

Ohne besserer Preise im LEH und Unterstützung durch die nächste GAP wird die momentane Anzahl von 27.000 Milchbauern weiter rapide sinken. (Bildquelle: pixabay.com)

Bereits im Vorjahr waren die heimischen Molkereien mit massiven Kostensteigerungen konfrontiert. Diese umfassten höhere Kosten bei Energie, Verpackungen, Lohnabschlüsse und bei zugekauften Leistungen wie Zucker oder Früchten.

Druck auf die bäuerlichen Einkommen gestiegen

Ohne Abgeltung durch die Abnehmer führten diese zu Druck bei den Milchgeldauszahlungspreisen der Bauern. Denn die höheren Qualitäten in Österreich (Gentechnikfreiheit, Verzicht von Soja aus Übersee, Verzicht auf Palmöl in Futtermittel und Produktion) verursachen einfach höhere Produktionskosten. einfach mehr

Zugleich gibt es aber auf internationalen Märkten vor allem bei Käse, Milchpulver und eiweißbetonten Produkten eine steigende Preisentwicklung, die auch zu einem gestiegenen Kieler Rohstoffwert führte. Auch die Weltmarktpreise hatten zuletzt zugelegt. Gründe dafür sind eine gute weltweite Nachfrage mit verstärkten Exporten aus der EU sowie ein EU- und weltweit verhaltenes Angebot an Milch, z.B. infolge der Dürre in Australien und Neuseeland.

Konsument gibt immer weniger für Lebensmittel aus

All dies führt zu festeren Preisnotierungen, dies sollte aber für den heimischen Konsumenten kein großes Thema sein, schließlich ist der Anteil für Lebensmittel an den heimischen Konsumausgaben mit 9,7% im internationalen Vergleich äußerst tief. Der Österreicher verfügt im Durchschnitt über eines der höchsten Einkommen in der EU und der Anteil der Konsumausgaben für Milchprodukte liegt bei lediglich 0,7%. Dafür erhält er die international höchste Qualität.

Für VÖM-Präsident Helmut Petschar ist daher klar, dass diese positiven Vorzeichen auch für die heimischen Milchbauern positive Einkommensaspekte bringen müssen. „Es muss jedenfalls gewährleistet sein, dass die heimischen Milchbauern einen fairen Anteil an dieser Entwicklung erhalten“, ergänzte Petschar.

Neue GAP muss Nachteile berücksichtigen

Notwendig sei daher vor allem ein Ausgleich der Bewirtschaftungsnachteile in Berg- und benachteiligten Regionen, eine Abgeltung der zusätzlich erbrachten Leistungen des Sektors, weiters ein Ausgleich für die Erschwernisse im Bereich der Logistik sowie in der Be- und Verarbeitung. Denn Wertschöpfung könne nur über verarbeitete Produkte erzielt werden, heißt es in der aktuellen VÖM-Aussendung.

"Die kleinstrukturierte Milchwirtschaft in benachteiligten und Bergregionen muss zudem höhere Aufwendungen und Kosten tragen, um den modernen Tierwohlauflagen und Vorgaben zur Umsetzung der Bioverordnung zu entsprechen. Hier gilt es, auf eine praktikable Umsetzung zu achten und Unterstützungsmaßnahmen vorzusehen", so der VÖM-Präsident.

Das habe er auch dem neuen EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski während dessen Österreich-Besuch in einem Gespräch vermittelt.

LEH muss Milchbauern (über)leben lassen

Ein besonderes Problem für die österreichische Milchwirtschaft sei die hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel, welche zu einer nachteiligen Entwicklung für Landwirte und Verarbeiter führe. Hier seien weitere Maßnahmen zur Verbesserung erforderlich, so die VÖM.


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