Molkereien

VÖM: Petschar erneut wiedergewählt

Diese Woche fand die coronabedingt verschobene Generalversammlung der „Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter“ (VÖM) statt. Neben der Vorstandswahl standen auch aktuelle Themen auf der Tagesordnung.

Diese Woche wurde die coronabedingt verschobene Generalversammlung der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) nachgeholt. An dieser nahm neben den Spitzenfunktionären und Geschäftsführern der österreichischen Molkereien auch der Präsident der LK Österreich, Josef Moosbrugger, teil.

Dabei wurde bei den turnusmäßigen Wahl der amtierende VÖM-Präsident Helmut Petschar (Direktor der Kärntnermilch) für eine weitere Periode wiedergewählt.

Kritik an der Politik, Lob für die Konsumenten

Kritisch sieht die VÖM einzelne Maßnahmen der Farm to Fork- Strategie der EU, wenn daraus die heimische Produktion beschränkt und zusätzliche Importe mit weit schlechteren Umwelt- und Klimastandards erfolgen, wie dies aus den nunmehr veröffentlichten Evaluierungsstudien hervorgeht. „Wir fordern die Förderung einer nachhaltigen Produktion in der EU, es kann nicht sein, dass heimische Produktion und Wertschöpfung bedenklichen Importen geopfert werden, und nach den Erfahrungen der Corona Krise die Versorgungssicherheit der EU in mehreren Bereichen gefährdet wird“, so Petschar.

Notwendig sieht die VÖM die verpflichtende Einführung fairer Handelspraktiken im Zuge der Umsetzung der UTP-Richtlinie in Österreich, wobei der vorgelegte Entwurf bei wichtigen Fragen hinter das Schutzniveau in anderen Ländern, wie z. B. Deutschland, zurückfällt, obwohl die Handelskonzentration in Österreich höher ist und auch zuletzt die Diskussionen mit dem Handel über die Abgeltung der eklatant gestiegenen Kosten die Problematik neuerlich gezeigt haben. Bedauerlich sind auch zwei rechtlich bedenkliche Punkte im österreichischen Vorschlag, die aus einer ideologisch und politisch motivierten Diskussion stammen und zum Nachteil für Vermarktungsgemeinschaften und den gesamten Sektor sind.

Erfreulich findet die VÖM, dass die Österreicher aber auch die Kunden im Ausland die Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen, wofür die Milchwirtschaft sehr dankbar ist, dies ermutigt uns diese Strategie weiter auszubauen. Schade sei es allerdings, wenn der Konsument mangels einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung die Herkunft und damit die unterschiedlichen Qualitätsstandards nicht erkennen kann. „Damit wird der Beitrag der Konsumenten für eine regionale und klimabewusste Ernährung erschwert“, so Petschar, der einmal mehr rasche Fortschritte bei der Herkunftskennzeichnung einfordert.