Von wegen Wölfe meiden den Menschen

Es mehren sich die Anzeichen, dass Wölfe sehr wohl auch vor Menschen nicht haltmachen. Nach mehreren solcher Berichte aus z.B. Deutschland und Schweden tauchte jetzt in Oberösterreich ein Wolf auf zwei Bauernhöfen auf. Jetzt rufen selbst die Wolfsbefürworter vom WWF schon zum Beschuss mit Gummi-Schrot auf.

Der Wolf riss in Bad Kreuzen am hellichten Tag in Seelen Ruhe ein Huhn. (Bildquelle: Karl Bauernfeind )

Die Diskussionen um die Wiederansiedlung des Wolfes in Österreich hat neuen Zündstoff. Ein Wolf hat am Montag in Bad Kreuzen im Bezirk Perg am helllichtenTag zwei Bauernhöfe aufgesucht. Er riss einen Hahn und lieferte sich mit den Landwirten und einem ehemaligen Jagdleiter ein mehr stündiges Katz-und-Maus-Spiel. Am Mittwochfrüh ist er 20 km von Bad Kreuzen entfernt auf einem weiteren Bauernhof in Sattlgai aufgetaucht. 



Extrem scheu?

Das Tier verhielt sich ganz anders, als es Wolfsbefürworter bisher gepredigt haben.
So hatte sich erst kürzlich Verhaltensforscher Kurt Kotrschal über den Kurier zu Wort gemeldet: Wölfe seien gegenüber dem Menschen extrem scheu. In der Natur würden sie nur junge, alte oder kranke Tiere reißen.
 
Selbiges predigt auch der WWF ohne Unterlass. Wölfe seien vorsichtige Tiere, die in der Regel den Kontakt mit Menschen meiden. Aber nach dem Vorfall in Bad Kreuzen räumt die Organisation in einer Aussendung auch ein: Wölfe seien auch neugierig und lernfähig. „In Gebieten, in denen sie sich regelmäßig aufhalten, wird es daher früher oder später zu Beobachtungen kommen.“
 
Um hier gegenzusteuern, solle jetzt laut WWF offenbar sogar zur Waffe gegriffen werden. So meint WWF-Experte Christian Pichler in der Aussendung: „Wenn Wölfe sich wiederholt Menschen, Hunden oder Siedlungen nähern, sollten sie vergrämt, das heißt beispielsweise mit Gummi-Schrot beschossen werden."
 
Kippt die Zustimmung in der Bevölkerung?
 
Laut WWF sind laut einer Umfrage 70 % der Österreicher positiv auf Wölfe eingestellt. Ähnlich das Ergebnis einer OGM-Umfrage im Auftrag des Kurier unter knapp 800 Niederösterreichern: Mehr als drei Viertel sind der Meinung, dass die Wölfe geschützt werden müssen. Nur 15 Prozent der Befragten wollen, dass die Wölfe gejagt werden.
 
Und der Naturschutzbund hat eben erst eine Petition gestartet, die mit möglichst vielen Unterschriften die Überlebenschance des Wolfes in Österreich sichern soll.
 
Wenn solche Fälle wie der im Mühlviertel zunehmen, könnte die Stimmung in der Bevölkerung allerdings schneller kippen, als so manchem Wolfsbefürworter Recht ist.
 

Artikel geschrieben von

Sylvia Haury

Redaktions- und Vertriebsassistentin

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