Schadholzberge und Holzpreismisere

Waldfondsgesetz vom Nationalrat beschlossen

Mit den Stimmen der Regierungsparteien sowie der FPÖ wurde heute der "Waldfonds" gesetzlich beschlossen und mit rund 350 Mio. € dotiert. Waldbauern und Forstwirtschaft hatten zuletzt stark mit Sturmschäden sowie dem Borkenkäfer und der Coronakrise zu kämpfen.

Beharrlichkeit zahlt sich aus. Die Forderungen nach Sonderhilfen zur Rettung der Wälder und der Waldbauern wurden mit der Schaffung des "Waldfonds" erfüllt. (Bildquelle: pixabay.com)

Vor einem Jahr forderte LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger angesichts der dramatischen Schadholzsituation in Österreichs Wäldern ein Sofortmaßnahmenpaket. Nun wird diese Forderung umgesetzt.

"Mit dem Waldfonds schaffen wir das notwendige Instrument, um die Unterstützungsmaßnahmen des Forstpakets auf den Boden zu bringen", betonte Bundesministeri Elisabeth Köstinger (ÖVP) anlässlich des Beschlusses im Nationalrat.

Wie berichtet, umfasst das Paket insgesamt zehn Punkte, die der österreichischen Forstwirtschaft wieder eine Perspektive geben werden. "Mit 350 Mio. € an Investitionen in eine nachhaltige und zukunftsfitte Forstwirtschaft bringen wir eines der größten Pakete für Österreichs Wälder auf den Weg. Das ist dringend notwendig, damit unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern die Flächen mit klimafitten Mischwäldern aufforsten", erklärte Köstinger den Abgeordneten.

Eines der zentralen Elemente des Forstpakets ist die Wiederaufforstung, weitere wichtige Schwerpunkte sind die Abgeltung von Borkenkäferschäden, die Forcierung des Holzbaus und die Forschungstätigkeit im Bereich Holzgas und Holzdiesel.

Kritik von SPÖ, FPÖ und Neos

Die Neos störte, dass der heutige Beschluss nur ein "Einmalzuckerl" sei. Wichtiger wäre sich zu überlegen, wie man Forstwirtschaft langfristig attraktiv halten könne, sodass die Forstwirte künftig wieder Gewinne erzielen können.

Für die SPÖ ist der Beschluss ein "Husch-Pfusch-Gesetz" und es fehle dem Fonds an Transparenz und Kontrolle. Ein SPÖ-Entschließungsantrag mit Vorschlägen zu degressiven Förderungen und dem Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide wurde abgelehnt.

Spät, aber doch sei die ÖVP draufgekommen, dass in den heimischen Wäldern einiges im Argen liege, merkte die FPÖ in der Plenardebatte an und forderte die Ministerin auf, die Hilfen auszuweiten. Dem Regierungsvorschlag auf Einsetzung des Waldfonds stimmte die FPÖ dann aber zu. Im Gegenzug wurde der FPÖ-Entschließungsantrag auf einen sofortigen Importstopp von Billigholz von den Regierungsparteien abgeschmettert.


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