Beschluss zu Problemwölfen

"Warten nicht, bis der erste Mensch verletzt wird!"

„Wir können nicht darauf warten, bis der erste Mensch durch einen Problemwolf verletzt wird oder zu Schaden kommt. Dass dieses Bedrohungspotential besteht, zeigen Angriffe in anderen Ländern“, merkte Ministerin Köstinger heute auf der Landesagrarreferentenkonferenz an. Um die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Entnahme von Problemwölfen zu verbessern, hat man deshalb einen Beschluss gefasst.

Zwar ist die Entnahme einzelner Problemwölfe rechtlich bereits möglich (siehe Salzburg), die Vorgehensweise ist jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und kommt auch auf die Ausweisung von Weideschutzgebieten an. Deshalb fasste die Landesagrarreferentenkonferenz den Beschluss, dass eine Arbeitsgruppe bestehend aus Fachexperten der jeweiligen Bundesländer eingesetzt wird, um Parameter für die Ausweisung von Weideschutzgebieten zu definieren und eine einheitliche Vorgehensweise sicherzustellen.

Heuer schon mehr als 200 Tiere gerissen

Insgesamt wurden heuer schon mehr als 200 Tiere, hauptsächlich Schafe, von Wölfen gerissen. Zum Vergleich: In der gesamten Almsaison 2020 waren es knapp 300 nachgewiesene Risse. Vor allem die Bundesländer Tirol und Salzburg sind stark betroffen, zuletzt auch die Steiermark und Kärnten. Das vom BMLRT initiierte Österreichzentrum Wolf, Bär, Luchs unterstützt die betroffenen Almbauern nach einem Rissereignis mit sogenannten Notfallteams:

  • Dabei geht es um die Bergung von toten und verletzten Tieren, das Zusammentreiben der versprengten Tiere, Errichtung eines Nachtpferchs etc.
  • Die Notfallteams sind meist binnen kürzester Zeit vor Ort.

Köstinger hielt im Anschluss an die Konferenz fest: "Wenn jetzt nicht gehandelt wird und Problemwölfe entnommen werden, werden die heimischen Almen bald nicht mehr bewirtschaftet werden. Die Landesagrarreferenten hat einhellig beschlossen, die rechtlichen Rahmenbedingungen zur Entnahme von Problemwölfen zu vereinheitlichen und zu verbessern, damit können die Bundesländer künftig rascher reagieren. Das ist wichtig, denn die heimische Alm- und Weidewirtschaft ist akut gefährdet!“