Malversationen bei "Unser Lagerhaus" WHG

WHG-Geschäftsführer laut BayWa-Chef ahnungslos

Seit Montag ist die Staatsanwaltschaft (StA) die "Herrin" der Ermittlungen in der Betrugsaffäre bei der "Unser Lagerhaus" WHG in Klagenfurt. Zwei Mitarbeiter sollen demnach jahrelang Rechnungen gefälscht haben. Nach internen Untersuchungen erstattete die Mehrheitseigentümerin Selbstanzeige bei der Finanz, ein Bericht an die StA wird folgen.

Die in Rede stehenden Malversationen bei der WHG betrafen nach bisherigem Wissenstand nur den Baustoffhandel. Am 16. Juli soll die neue Geschäftsführung bestellt werden. (Bildquelle: Screenshot/Werkbild/Lagerhausblog)

Diese Selbstanzeige ist laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft Klagenfurt nun Grundlage der Ermittlungen ihrer Behörde. Diese richten sich derzeit wegen des Verdachts auf schweren Betrug vorläufig gegen Unbekannt.

Laut Prof. Klaus Josef Lutz, dem BayWa-Vorstandsvorsitzenden und gleichzeitig WHG-Aufsichtsratschef, in der Kleinen Zeitung vom Donnerstag, hätte die bisherige WHG-Geschäftsführung von den illegalen Vorgängen nichts gewusst. Insbesondere weist Lutz jeglichen Verdacht gegen den tragisch ums Leben gekommenen zweiten Geschäftsführer vehement zurück.

Derzeit ist ein Aufklärungsteam der BayWa noch dabei, das Schadensausmaß bei der WHG zu konkretisieren. Dem Vernehmen nach dürfte es sich dabei um einem mittleren einstelligen Millionenbetrag handeln. Für alle Involvierten gilt bis zum Gegenbeweis die Unschuldsvermutung.

Keine bosnische Baumafia

In Kärnten sprießen indes die Gerüchte. So soll die bosnische Baumafia bei den Malversationen involviert sein, lautet eines davon. Auch hätte es bereits einige Hausdurchsuchungen gegeben, ein anderes.

Ersteres ist laut Prof. Lutz falsch, denn "offenbar haben zwei WHG-Mitarbeiter und ein externer Dritter kollusiv (Anm.: unerlaubt zum Nachteil eines Dritten zusammenwirkend), in der Absicht, etwas Böses zu tun, zusammengearbeitet, um sich zulasten der WHG zu bereichern. Ein dritter WHG-Mitarbeiter hat weggeschaut."

Die Pressestelle des Finanzministerium lehnte unter Verweis auf das Steuergeheimnis jegliche Stellungnahme zu allfällig laufenden Untersuchungen in der gegenständlichen Causa ab. Die Landespolizeidirektion Kärnten wiederum wurde laut ihrem Sprecher von Seiten der StA Klagenfurt noch mit keinen Ermittlungen beauftragt.

Neue Geschäftsführung am 16. Juli

In der heutigen Aufsichtsratssitzung der WHG sind die bisherigen Erkenntnisse der internen Untersuchung zu den bereits kommunizierten Malversationen diskutiert worden. Dabei wurde der Beschluss gefasst, dass alle bisherigen Erkenntnisse in einer Sachverhaltsdarstellung zusammengefasst und der Staatsanwaltschaft übergeben werden.

Die neue Geschäftsführung soll dann auf einer Generalversammlung am 16. Juli bestellt werden, ließ die WHG zudem mittels Aussendung verlauten.


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