Wieviel Insektengift steckt im "Gen-Mais"?

Eine aktuelle Studie eines internationalen Forschungsteams belegt Mängel bei der Risikobewertung gentechnisch veränderter Pflanzen. In der Untersuchung geht es um Messmethoden bei so genannten Bt-Pflanzen. Diese produzieren ein Gift, das Bt-Toxin, das gegen Schadinsekten wirken soll und ursprünglich vom Boden bakterium Bacillus thuringiensis stammt. Auch der gentechnisch veränderte Mais MON810, der in einigen Ländern der EU angebaut wird, ist eine Bt-Pflanze.

(Bildquelle: )



Verschiedene Toxine in Gentech-Pflanzen

Derzeit sind bereits zehn verschiedene Bt-Toxine in gentechnisch veränderten Pflanzen für den Import und die Verwendung in Lebens- und Futtermittel in der EU zugelassen. Zunehmend werden verschiedene Bt-Pflanzen miteinander kombiniert, so dass diese mehrere Toxine gleichzeitig ausbilden. Ein Beispiel hierfür ist der sogenannte SmartStax-Mais, der gemeinsam von den Konzernen Monsanto und Dow AgroSciences entwickelt wurde. Er produziert sechs verschiedene Bt-Toxine. Wie ein aktueller Bericht von Testbiotech zeigt, wurden weder mögliche Wechselwirkungen zwischen den Giftstoffen untersucht noch verlässliche Messmethoden vorgelegt, um den Bt-Gehalt in den Pflanzen festzustellen. Vier Labore haben jetzt erstmals gemeinsam die Methoden zur Messung des Giftgehaltes miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigt, dass die Daten, die bisher zur Risikobewertung vorgelegt wurden, nicht verlässlich reproduzierbar und vergleichbar sind, weil sie nicht nach festgelegten Standards erhoben wurden. Die Kenntnis des tatsächlichen Gehalts an Insektengift in den Pflanzen ist sowohl für die Risikobewertung als auch für die Vorbeugung von Resistenzen bei Schädlingen wesentlich. Ohne entsprechende Daten kann die Sicherheit der Pflanzen nicht beurteilt werden.

Natürlicherweise kommt giftiger Pollen extrem selten vor

Die Höhe des Bt-Gehaltes in den Pollen ist entscheidend, wenn es um die Risikoabschätzung und die Zulassung in der EU geht. Der Maispollen kann wie Honigbienen, wilden Bienen, Schwebfliegen und vielen anderen Insekten aufgenommen werden. Auch Schmetterlingsraupen fressen Pflanzen, auf die diese Pollen möglicherweise gefallen sind. Natürlicherweise kommt giftiger Pollen extrem selten vor, ist jedoch inzwischen in Gegenden mit Anbau von Bt-Pflanzen weit verbreitet. Auch der Bt-Gehalt in den Wurzeln ist von großer Bedeutung, weil hier wichtige Bodenorganismen und deren Ökosysteme betroffen sein können. Darüber hinaus ist ebenso entscheidend, wieviel Bt-Toxin in den Teilen der Pflanze steckt, die für Lebens- und Futtermittel verwendet werden, weil es nach wie vor offene Fragen in Bezug auf gesundheitliche Risiken gibt. Zudem gibt es kaum Untersuchungen darüber, wie sich Umweltbedingungen auf den Bt-Gehalt in den verschiedenen Teilen der Pflanzen und in den unterschiedlichen Sorten auswirken. Verlässliche Messmethoden, die zu vergleichbaren und belastbaren Ergebnissen führen sind daher unverzichtbar.


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