Wildkräuter: Gesundes Superfood

Jeder kennt sie, viele ignorieren sie, manche bekämpfen sie – aber nur ganz wenige essen sie: Die Wildkräuter von unseren heimischen Wiesen und Wäldern. Diese wachsen fast überall, kosten nichts und sind kulinarische Kraftpakete. Doch was müssen Sie beim Sammeln und Verarbeiten beachten?

Foto: LK OÖ (Bildquelle: )

Das geniale wilde Grün trumpft mit einem hohen Anteil an Chlorophyll, wertvollen Bitterstoffen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen auf. Nahezu alle Wildkräuter besitzen auch eine medizinische Wirkung. Heilkräuter wie Schafgarbe, Quendel, Beinwell, Johanniskraut, Brennnessel, Gundermann und viele mehr waren lange Zeit die Apotheke der Menschen. Ihre Wirkung wird in Zeiten, in denen die traditionelle europäische Medizin eine Renaissance erfährt, wieder zunehmend geschätzt.

Wildkräuter enthalten viel Magnesium, Vitamine und Mineralstoffe

Alle Wildkräuter enthalten wertvolle sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Je nach Art zeichnet sich das entsprechende Wildkraut durch besondere Wirkungen und bioaktive Substanzen aus.

Chlorophyll zählt zu den wichtigsten Pflanzeninhaltsstoffen, denn es ermöglicht die Photosynthese der Pflanze. Magnesium als Zentralatom von Chlorophyll ist für die grüne Farbe verantwortlich und zählt zu den am weitest verbreiteten natürlichen Farbstoffen. Somit sind Grünpflanzen eine hervorragende Nährstoffquelle für Magnesium.

Diese dienen der Pflanze, sich in ihrer Umwelt zur Wehr setzen zu können. Dazu gehören Abwehrstoffe gegen Schädlinge, Bitter-, Farb-, Duft-, Schleim-, Gerb- und Geschmacksstoffe. Diese sind nicht mit Vitaminen gleichzusetzen, sondern wirken im Körper pharmakologisch. Sie wirken anticancerogen (Senkung des Krebsrisikos), antimikrobiell, antithrombotisch, cholesterinsenkend, Immunsystem-modulierend und antioxidativ (Zellschutz vor freien Radikalen).

Alle Wildkräuter enthalten wertvolle sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Je nach Art zeichnet sich das entsprechende Wildkraut durch besondere Wirkungen und bioaktive Substanzen aus.

Wildkräuterkochkurse mit kräuterkundigen Seminarbäuerinnen

Es liegt immer im Auge des Betrachters, ob eine Pflanze als Unkraut oder wertvolles Grün gesehen wird. Es ist allemal besser Giersch, Gundermann, Brennnessel & Co aufzuessen, als ihnen mit chemischen Keulen den Kampf anzusagen. Davon sind auch die Seminarbäuerinnen der Landwirtschaftskammer OÖ, welche zusätzlich zertifizierte Kräuterpädagoginnen sind, überzeugt. In praktischen Kochkursen für Erwachsene, aber auch für Kinder zeigen sie, dass es sich lohnt, wenn wir uns näher mit den „grünen Weggefährten“ befassen.

Bei den Erwachsenenkursen gibt‘s zB grüne Schätze wie Wildkräutlsalat mit Beerendressing, Gemüseröllchen mit Kräuterfrischkäse, Grüne Welle Brot, Wildkräutersupperl, Hendl mit Kräuterkern & grünem Püree bis hin zu süßen Versuchungen wie Löwen(zahn)zungen, luftigen Kräuterwind oder Blütenpudding.

Bei den Kochkursen für die Kinder werden aus den grünen Kraftwerken der Natur zB Wiesendudler, Wilde Nudelmuffins, Dracheneislutscher aus Sauerampfer oder trendige Erste-Hilfe-Sticks für junge Wilde bzw. Gänseblümchen-Erdbeer-Pflegestifte für Kräuterfeen gezaubert.

Unter www.seminarbaeuerinnen-ooe.at gibt es nähere Informationen und Termine. Es sind auch Gruppenbuchungen zu eigenen Wunschterminen möglich.

Wichtige Tipps zum Sammeln und Verarbeiten:

  • Es sollten nur Wildpflanzen gesammelt werden, die man sicher kennt. Am besten lässt man sich von einem Experten zeigen, welche Pflanzen zum Verzehr geeignet sind.
  • Nicht auf Viehweiden, neben stark befahrenen Straßen oder auf klassischen „Hundestrecken“ sammeln.
  • Kräuter mögen es luftig. Deshalb am besten in Körben sammeln und transportieren.
  • Die Kräuter sollten so frisch wie möglich verarbeitet werden. Sonst gehen wertvolle Inhaltsstoffe und Aromen verloren. Auch ein zu langes Mitkochen in Speisen sollte vermieden werden – da durch Hitze viele wertvolle Inhaltsstoffe sprichwörtlich auf der Strecke bleiben.
  • Es sollten immer nur so viele Kräuter gepflückt werden, wie auch verwendet werden. Aus Achtung vor der Natur und jenen, die vielleicht nach Ihnen noch sammeln möchten.
  • Kräuterüberschüsse lassen sich in ein feuchtes Tuch gewickelt oder in verschlossenen Plastiksackerln oder -dosen bzw. in Bügelverschlussgläsern im Kühlschrank bis zu drei Tagen lagern. Überschüsse lassen sich auch sehr gut einfrieren oder trocknen.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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Kommentar: Selbstverursachtes Bio-Chaos

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