Almzwischenfälle

Witwer klagt 260.000 € ein

Weil seine Frau 2017 auf einer Tiroler Alm von einer Kuh getötet wurde, reichte ein Witwer nun knapp vor dem Ende der Verjährungsfrist Schadenersatzklage gegen den Tierhalter ein. Strafrechtlich gesehen hatte der Todesfall keine Konsequenzen für diesen gehabt.

Auf den Almen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen von Wanderen mit Hunden und den Almrindern. (Bildquelle: pixabay.com)

Im Juli 2017 griff eine Kuh auf der Kranzhornalm in Tirol eine Wanderin (70) an. Sie war gemeinsam mit einer Freundin unterwegs. Beide hatten je einen nicht angeleinten Hund mit dabei (siehe top agrar-Meldung vom 8.6.2019).

Nahe einer Almhütte stießen sie dann auf eine Mutterkuhherde. Eine der beiden Frauen wurde umgestoßen und fiel zu Boden. In Folge wurden auch die zweite 70-Jährige und ihr Hund angegriffen. Sie kam ebenfalls zu Sturz, wurde überrannt und lebensgefährlich verletzt. Gäste bzw. Personal der Kranzhornalm sowie die Mannschaft des Rettungshubschraubers leisteten Erste Hilfe. Letztlich erlag die Verletzte noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen.

Strafrechtlich gesehen ging der Tierbesitzer frei. Der Witwer hat nun vor dem Ende der Verjährung (Anm.: drei Jahre nach Kenntnis von Schaden und Schädiger) eine privatrechtliche Schadenersatzklage gegen diesen eingereicht und will vor Gericht 260.000 € erstreiten. Diese setzen sich aus Schockschaden, Trauerschmerzensgeld, Begräbniskosten und sonstigen Folgekosten für die hinterbliebene Familie zusammen.

Der Anwalt des Witwers sieht zwar keine Absicht hinter dem Vorfall, allerdings die Sorgfaltspflicht des Tierhaltes verletzt. Zudem hätte er einen Zaun erst nacher angebracht. Dies, obwohl es drei Jahre davor den tödlichen Almunfall mit einem Rind im Pinnistal gab. Der Oberste Gerichtshof sprach dem Sohn und dem Witwer der zu Tode gekommenen deutschen Urlauberin letztlich Schadenersatz und lebenslange Renten zu (siehe top agrar-Meldung vom 12.5.2020).

Die erste Verhandlung im Kranzhornalm-Fall ist für den 7. Dezember anberaumt. Dafür gilt noch die alte Gesetzeslage vor der Verschärfung der Haftungsregeln auf der Alm.


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