Wlodkowski kritisiert Skandalisierung heimischer Lebensmittel

Deutliche Kritik an einer permanenten Skandalisierung heimischer Lebensmittel hat der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski, geübt. „Durch vorsätzliches Importieren von Lebensmittelskandalen verschwindet in der Öffentlichkeit die Grenze zwischen berechtigter Sorge und

Deutliche Kritik an einer permanenten Skandalisierung heimischer Lebensmittel hat der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski, geübt. „Durch vorsätzliches Importieren von Lebensmittelskandalen verschwindet in der Öffentlichkeit die Grenze zwischen berechtigter Sorge und Panikmache“, erklärte Wlodkowski vergangene Woche in einer Pressemitteilung.

Die Folgen seien eine maximale Verunsicherung der Verbraucher, Kaufzurückhaltung sowie Millionenschäden für Landwirte und Lebensmittelverarbeiter. Dies sei beim deutschen Dioxin-Skandal so gewesen und habe sich bei der Krise um die gefährlichen EHEC-Bakterien fortgesetzt; nun werde dies offenbar beim Geflügel wiederholt.

Tatsache sei, dass in Österreich Medikamente wie Antibiotika in Ställen nur auf tierärztliche Verschreibung eingesetzt werden dürften und nicht vorsorglich wie in anderen EU-Ländern, stellte der Kammerpräsident klar. Zudem sei es erwiesen, dass die Tiergesundheitsdienste enorm zur Verbesserung der Tiergesundheit beitrügen und Keime aufgrund internationaler Warenströme von außen in den Stall hineingetragen werden könnten. Dennoch bestehe bei sauberer Küchenarbeit für die Verbraucher keine Gefahr, da alle Keime bei der Fleischzubereitung abgetötet würden.

Wlodkowski monierte, dass es den sogenannten „Aufdeckern von Skandalen“ nicht um die Sache selbst gehe; dies sehe man an der bewussten Vermischung von Tatsachen, um in der Bevölkerung maximalen Schrecken zu verbreiten und gleichzeitig die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Beispielsweise seien die von selbsternannten Experten zitierten Toten in Folge von Antibiotikaresistenzen an Krankenhauskeimen gestorben und nicht an Lebensmitteln.

Auch die Behauptung, Hühner würden in Österreich präventiv mit Antibiotika gefüttert, sei schlichtweg falsch, so der Kammerpräsident. Ganz aktuell habe der Tiergesundheitsbeirat die nächsten Schritte für einen optimierten Einsatz von Antibiotika und ein weiter ausgebautes Monitoring beschlossen. (AgE)

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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