Wolfsproblematik: WWF erhofft sich konstruktiven Neuanfang

Ein Fünf-Punkte Aktionsprogramm Wolf stellte heute der WWF vor. Damit will der Umweltverband nach eigener Aussage die am 15. Juni in Stegersbach tagenden Agrarlandesräte auffordern, einen konstruktiven Weg im Umgang mit dem Wolf einzuschlagen. Den landwirtschaftlichen Interessenvertretern wirft er Panikmache und Populismus vor.

Schafe

Um den Wolf von Schafen fern zu halten, sind so ein Elektrozaun mit etwa 1,10 m Höhe und Hütehunde geeignete Mittel, glaubt der WWF. Die Kosten für den Zaun bezifferte er mit 70 bis 90 € für 50 m Länge. (Bildquelle: Max Rossberg )

„Wir müssen weg von der Panikmache und den Schuldzuweisungen – hin zu sachlicher Information und machbaren Lösungen“, erklärte der WWF-Wolfsexperte Christian Pichler. Damit zielte Pichler ganz konkret gegen die Landwirtschaftskammer und die Jagdverbände. Er sprach u.a. von der populistischen Forderung der LK nach wolfsfreien Zonen und von einzelnen Akteuren, die gezielt Stimmung gegen den Wolf machen würden.

Herdenschutz als Lösung für die Wolfsproblematik

Dabei seien Wölfe EU-rechtlich geschützt, dies werde sich so bald nicht ändern. Deshalb sieht der WWF die Lösung für die Wolfsproblematik im Herdenschutz. Es sei im Interesse der heimischen Landwirte, dass international bewährte Lösungen auch in Österreich erprobt und ausgebaut würden.

Der WWF-Mann forderte, dass die Agrar-Referenten gemeinsam mit Ministerin Köstinger einen nationalen Wolfsgipfel beschließen sollten, auf dem die wichtigsten Maßnahmen unter Einbindung aller Interessen diskutiert werden sollten. Als Basis dafür stellte Pichler das Aktionsprogamm vor. Dieses beinhaltet die fünf Punkte:

  • Herdenschutz zu finanzieren und auszubauen,
  • einen Entschädigungstopf für Tierverluste der Bauern einzurichten,
  • Monitoring und Forschung zu verstärken,
  • seriös zu informieren, Panikmache einszutellen und
  • bundesländerübergreifend besser zusammen zu arbeiten.
Als Unterstützer stellte der WWF den Bio-Landwirt Willi Klaffl aus der Nähe von Krems vor. Dieser sagte: „Schadensvorbeugung ist wichtiger als Entschädigungszahlungen. Wölfe sollen gar nicht erst auf den Geschmack kommen, dass Weidetiere eine leichte Beute sein können. Daher gehört die finanzielle und technogische Unterstützung von Tierhaltern viel besser organisiert.“ Der Landwirt, der nach eigener Aussage selbst Herdenschutz für seine Schafe und Rinder im Waldviertel betreibt, meinte mit Blick auf die jüngsten Schafsrisse in Bundesland Salzburg wörtlich: „Die Übergriffe hätte man mit ein bissl Herdenschutz vermeiden können.“

Die Details des Aktionsprogramms finden Sie hier.


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