Österreichs Rinderzüchter gegen Billigimporte

ZAR fordert verpflichtende Herkunftskennzeichnung

Eine lückenlose, verbindliche Herkunftskennzeichnung auf dem Teller fordert die Zentrale Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Rinderzüchter (ZAR). Zudem verlangt sie eine politische und finanzielle Unterstützung von Qualitätsprogrammen, insbesondere für Kalbfleisch in Österreich. Dies haben die Delegierten bei Generalversammlung einstimmig beschlossen. Zumindest die Tiroler Wirtschaftskammer signalisiert unter bestimmten Voraussetzungen, über die Kennzeichnung zu diskutieren.

Fleisch am Teller

Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für das Fleisch auf dem Teller ist ein wesentlicher Schlüssel dafür, um den zunehmenden Austausch der heimischen Produktion durch billige Importlebensmittel zu verhindern, erklärt die ZAR. (Bildquelle: Pixabay.com/elkimmelito )

"Die vergangenen Wochen haben uns eindrucksvoll aufgezeigt, wie wichtig die heimische Produktion von Lebensmitteln ist. Unsere Landwirtschaft versorgt uns auch dann mit Nahrungsmitteln, wenn die Grenzen geschlossen sind", betonte ZAR-Obmann Stefan Lindner. "Die Corona-Krise hat in der österreichischen Bevölkerung sehr großes Verständnis ausgelöst. Die heimischen Bäuerinnen und Bauern wurden als wichtige Stützen in der Versorgungs- und Ernährungssicherheit hervorgehoben, so wie auch andere systemrelevante Berufsgruppen. Auch in der Werbung wurde darauf hingewiesen, wie stolz man darauf ist, dass wir eine Landwirtschaft haben mit hohen Sozial-, Umwelt- und Produktionsstandards, die unsere Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln versorgen kann - und das auch in Krisenzeiten", so Lindner.

Für die ZAR als österreichische Dachorganisation mit 46 Mitgliedsorganisationen sowie 22.000 Milch- und Fleischrinderzuchtbetrieben ist klar, dass eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf dem Teller ein wesentlicher Schlüssel dafür ist, um den zunehmenden Austausch der heimischen Produktion durch billige Importlebensmittel zu verhindern. Stammten vor zehn Jahren noch zwei Drittel des in Österreich verzehrten Kalbfleisches aus heimischer Produktion, so ist es heute nur mehr ein Drittel.

Faire Chance für Konsumenten und Bauern

"Der Druck auf die heimischen Produzenten steigt. Mit der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auf dem Teller gibt man sowohl den Konsumenten als auch den Bäuerinnen und Bauern eine faire Chance in der Auswahl der Lebensmittel und der Entscheidung über die Entwicklung der zukünftigen Versorgungssicherheit. Unsere bäuerlichen Betriebe erzeugen nicht nur hochwertige Lebensmittel, sie sorgen auch für die Bewirtschaftung der heimischen Kulturlandschaft. Diese wiederum ist die Basis für den österreichischen Tourismus und gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil der Erholungsfunktion für die Gesellschaft", gab Lindner zu bedenken.

Die Gastronomie wehrt sich indes immer noch beharrlich gegen eine solche Kennzeichnung, wie dieser Bericht aus Tirol zeigt. Allerdings kommt jetzt vielleicht Bewegung in das Thema. Denn in dem Bericht lässt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser mit dem Vorschlag aufhorchen, über die Herkunftskennzeichnung zu diskutieren, wenn im Gegenzug die Ausweisungspflicht für Allergene wegfallen würde.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen