Zu wenig Erntehelfer: LK-Österreich fordert Maßnahmenpaket

Zu wenig Saisonarbeitskräfte führen derzeit zu großen Problemen im heimischen Obst- und Gemüsebau. Die LK Österreich fordert nun rasch Lösungen. Vor allem müsse das Saisonnier-Kontingent angehoben und längerfristige Dienstverhältnisse angeboten werden können. Zudem müssen die Wettbewerbs- nachteile gegenüber Deutschland bei der kurzfristigen Beschäftigung beseitigt werden.

Erntehelfer

In der heimischen Landwirtschaft fehlen derzeit Erntehelfer. Die Saisonarbeitskräfte, die vorwiegend aus Osteuropa kommen, sind nun in Nachbarländern wie Deutschland tätig, weil sie dort mehr Geld verdienen. (Bildquelle: Netto Marken Discount )

Der heimische Obst- und Gemüsebau ist derzeit mit einer Reihe von Problemen, wie einer Unterversorgung mit Saisonarbeitskräften konfrontiert. Ein Grund dafür liegt in der Tatsache, dass kurzfristig tätige Saisonarbeiter in Deutschland wegen der dort niedrigeren Lohnnebenkosten bei gleichem Bruttolohn netto mehr ausbezahlt bekommen. Gleichzeitig sorgt auch die nun bessere Konjunktur in den Herkunftsländern der Erntehelfer dafür, dass immer weniger Menschen Arbeit bei uns suchen. Das verknappt das Angebot an Saisonarbeitskräften deutlich. Die Folgen sind Felder, die nicht geerntet werden können, wie die Spargelsaison gezeigt hat, und Betriebe, die gänzlich aus der Obst- oder Gemüseproduktion aussteigen müssen.

Gemüsespezialitäten aus dem eigenen Land

Doch nun sei es dringend notwendig, dass alle Verantwortlichen gemeinsam rasch Lösungen finden. Als erster Schritt müsse das Saisonnier-Kontingent angehoben werden, um den Bedarf an Erntehelfern decken zu können, so die LK Österreich. Solche Aufstockungen gab es bereits mehrfach in der Vergangenheit. Ein weiterer, mittelfristiger Schritt ist das vermehrte Angebot längerfristiger Dienstverhältnisse. Ein Modell, das in diese Richtung wirken würde, wären Arbeitgeberzusammenschlüsse nach französischem Vorbild. Dies hat die LK Österreich schon mehrfach gefordert. Nun müssen rasch die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit auch bäuerliche Gemeinschaften zu den Bedingungen des entsprechenden Kollektivvertrages Arbeitskräfte beschäftigen können. Schließlich sind die Wettbewerbsnachteile gegenüber Deutschland bei der kurzfristigen Beschäftigung zu beseitigen. Auf diese Weise wird es gelingen, den österreichischen Konsumenten auch in Zukunft Obst- und Gemüsespezialitäten aus Österreich anzubieten.


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