Montecuccoli: Ernte 2008 deutlich unter Erwartungen

Autor: Importuser

Der verregnte Juli machte die Weizenernte zu einem Wettrennen mit der Zeit. In vielen Beständen kam es zu Auswuchs. Foto:http://goestl.gobal.net
Der verregnte Juli machte die Weizenernte zu einem Wettrennen mit der Zeit. In vielen Beständen kam es zu Auswuchs. Foto:http://goestl.gobal.net

Nach den Juniprognosen war noch mit einer Rekordernte zu rechnen. Ab den ersten Erntetagen bis zur Haupternte hat sich durch die atypische regnerische Wetterlage das Blatt gewendet. So lautet die Bilanz von Felix Montecuccoli vom Verband der Land&Forst Betriebe Österreich zur heurigen Ernte.

"Begonnen hat alles ausgesprochen erfreulich: Nicht zu heißes Wetter sowie ausreichende Niederschläge im Frühjahr, dann noch einmal sonnig und warm - die optimalen Witterungsbedingungen für eine reiche Ernte", so der Präsident des Verbandes. Der anhaltende Regen im Juli habe die Landwirte jedoch teilweise gezwungen, das Getreide länger stehen zu lassen als vorgesehen. Als Folge davon habe das Korn an Protein verloren und teilweise zu keimen begonnen.

400000 t durch Auswuchs geschädigter Weizen in OÖ und NÖ

Das Ergebnis sind drastische Einbußen bei den Qualitäten. Allein in Ober- und Niederösterreich ist mit rund 400.000 Tonnen geschädigtem Weizen durch Auswuchs (das Keimen der Körner am Halm noch vor der Ernte) und damit mit Mindererlösen zu rechnen. "Wir stehen vor einem schwierigen Wirtschaftsjahr mit hohen Kosten und deutlich niedrigeren Einnahmen gegenüber 2007.Schlechtere Qualitäten könnten nur mit Preisabschlägen bis 50 % verkauft werden. Am internationalen Markt seien die Getreidepreise nach der stabilen Erstnotierung an der Börse derzeit im Fallen begriffen. Auch auf der Kostenseite sind die Rahmenbedingungen heuer stark verändert, so Montecuccoli. Die Preise für Energie und Düngemittel haben sich gegenüber 2007 massiv erhöht. Bei Schwefeldünger gab es beispielsweise 1.000 % Preissteigerung. Die Preisschere wird dadurch immer größer. Die Erlösverluste betragen rund 500 bis 600 Euro pro Hektar gegenüber dem Vorjahr.

Internationaler Getreidemarkt zeigt nach unten

Die Erstnotierung an der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien lag laut dem L&F-Verbands-Präsidenten zu Beginn der Ernte am selben Niveau wie im Vorjahr, also bei etwa 180 bis 200 € pro Tonne Qualitätsweizen. Seither sind die Preise für geringere Qualitäten allerdings um circa zehn Prozent gefallen. Auch an den internationalen Warenterminbörsen gingen bei den schlechteren Qualitäten die Preise zurück. Lediglich Weizen habe sich in Chicago etwas verbessern können. An der Euronext, Paris, bewegten sich die Kurse laut Montecuccoli letzte Woche um die 190 Euro pro Tonne für Lieferungen im November, Tendenz sinkend. Das zeige die Volatilität von Agrarrohstoffen in den letzten Jahren. "Das Vermarktungsjahr wird sich also noch spannend gestalten. Dennoch können Warenterminbörsen auch von Landwirten zur Preisfixierung genutzt werden", betont Montecuccoli.

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