Burgenland

Durchschnittliche Ernte mit extremen regionalen Unterschieden

Vor allem der fehlende Niederschlag setzte in einigen Regionen des Burgenlandes dem Getreide zu. Die Qualität des Ernteguts sei laut ersten Erhebungen durchwegs gut.

Für das Burgenland wird eine knapp durchschnittliche Ernte in guter Qualität erwartet, sagte Nikolaus Berlakovich , Präsident der Landwirtschaftskammer Burgenland während eines Erntegespräches. Generell habe im Burgenland die Winterfeuchtigkeit gefehlt. "Die meisten Ackerkulturen konnten sich jedoch durch die geringen aber regelmäßigen Niederschläge im Frühjahr gut entwickeln. In einigen Gebieten fehlte aber dieser Regen. Hier litten die Kulturen zusätzlich unter der extremen Hitze. Die lokalen und kleinräumigen Niederschläge führten dazu, dass es besonders heuer extreme Unterschiede bei den Erträgen gibt. So gibt es Regionen, die beim Getreide sehr gute Erträge erzielen konnten und Regionen mit sehr schlechten Erträgen", erläutert Berlakovich.

Getreideanbau stieg im Burgenland um 4%

Im Burgenland werden aktuell 59.000 ha Getreide bewirtschaftet. Der gesamte Getreideanbau ist im Vergleich zum Vorjahr laut LK um knapp 4% gestiegen. Verantwortlich für diesen Flächenanstieg ist vor allem der Wintergetreideanbau. Dieser stieg um 7,3%. "Im Gegensatz dazu ist die Fläche des Sommergetreides weiter zurückgegangen - insgesamt um 30%", berichtete Berlakovich. Bei den Ölsaaten ist ein Anstieg von Winterraps und Soja zu verzeichnen. "Winterraps ist im Vergleich zum Vorjahr erfreulicherweise auf 7% gestiegen. Bei Soja gibt es einen Flächenzuwachs zum Vorjahr um 8%", meint der LK-Präsident.

Erntebilanz

Kammerdirektor Prof. DI Otto Prieler, Vize-Präsident Ing. Werner Falb-Meixner und LK-Präsident NR DI Nikolaus Berlakovich zogen Bilanz über die Ernte 2022 (Bildquelle: LK Burgenland)

35-55 % weniger Niederschlag

"Bis April war im Burgenland je nach Region 35 bis 55% weniger Niederschlag zu verzeichnen als im Durchschnitt der letzten Jahre. Zusätzlich führte die allgemein herrschende Trockenheit zu einem moderaten bis starken Schadinsektenauftreten. Bodenschädlinge und Blattläuse dominierten die Felder. Schadgräser, Kamillenarten und Ackerkratzdistel breiteten sich weiter in den Feldern aus. Unsere Bauern brauchen hier notwendige Pflanzenschutzmaßnahmen, um weiterhin ausreichend Lebensmittel für die Bevölkerung herstellen zu können. Gerade in unsicheren Zeiten des Ukrainekrieges ist das von großer Bedeutung", sagt Werner Falb-Meixner, Vizepräsident der LK Burgenland.

Das Wichtigste zum Thema Österreich freitags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.