Markt

Ernteprognosen für Weizen werden schlechter

China hortet den Großteil der gobalen Weizen- und Maisreserven. Die Bestände in Österreich entwickeln sich gut, im Osten Europas sind die Aussichten düster.

Der Weizen steht noch am Feld, doch international bleibt die Versorgung insbesondere mit Weizen aus den kommenden Ernten 2022/23 eng. Die Bestände würden sich in Österreich und in Westungarn gut entwickeln. Je weiter es in Europa nach Osten gehe, desto finsterer zeigten sich aber die Aussichten für die Ernte.

Nach dem Scheitern der Öffnung des Seewegs über das Schwarze Meer für Exporte aus der Ukraine bleibt die Logistik für Lieferungen aus der osteuropäischen Kornkammer auf den Weltmarkt eine zentrale Frage, denn alternative Exportrouten können nicht die notwendigen Mengen bewältigen. Trotz widersprüchlicher Signale von den internationalen Weizenmärkten, wagten sich Verarbeiter dem Vernehmen nach doch aus der Deckung und es seien Kompromisse zwischen den auseinanderklaffenden Geld- und Briefkursen gefunden worden. Auch Roggen und Durum sei gehandelt worden. Es wird weiter von schlechten Ergebnissen früh gedroschener Gerste aus Osteuropa berichtet. Auch beim Futtergetreide hätten abgesehen von Restdeckungen mit alterntigem Mais jüngst sowohl im Inland als auch überregional Abschlüsse für die neue Ernte stattgefunden.

Weizenernte

In Österreich kam neben Restdeckungen mit Brotweizen aus alter Ernte zuletzt wieder etwas Bewegung in das Geschäft mit neuer Ernte 2022 in allen Qualitätsstufen. (Bildquelle: Landwirtschaftsverlag GmbH)

Schlechte Ertragsaussichten im Osten

In wichtigen Weizenbaugebieten wie den USA, wo die Ernte bereits gestartet ist, aber auch in Frankreich, Italien und im Osten Europas verschlechtern sich die Ertragsaussichten. So schätzt das US-Landwirtschaftsministerium USDA die weltweite Weizenproduktion und die Endlager 2022/23 in der Juni-Ausgabe seines WASDE-Berichts etwas kleiner als vor einem Monat ein.

Bei den Weizenernten können höhere Schätzungen für Russland, jene von Indien, die nach unten revidiert wurde, nicht kompensieren. Insgesamt bleibt die weltweite Weizenernte um 5,6 Mio. t hinter dem Vorjahresergebnis und steht 2022/23 ein um fast 18 Mio. t kleineres Angebot zur Verfügung, heißt es im Bericht.

Das geringere Angebot rationiert auch den Weizenverbrauch Indiens sowie die Exporte. Mit 40 Mio. t Weizenausfuhren soll hingegen Russland das zweitbeste Ergebnis der Geschichte erzielen. Die für gut ein Drittel eines Jahresverbrauchs ausreichenden und vermeintlich komfortablen weltweiten Weizenreserven verteilen sich allerdings sehr ungleich. China hortet 53 % aller weltweiten Weizenvorräte. Die großen Exporteure Argentinien, Australien, EU, Kanada, Russland, Ukraine und USA haben dementgegen Weizenreserven - berechnet am Eigenverbrauch und an den Ausfuhren - von nur knapp 14%.

China hortet fast 70% der globalen Maisreserven

Der WASDE setzt zum Vormonat die weltweite Futtergetreide- und Maisproduktion hinauf, wiewohl die Welt 2022/23 auch weniger Mais als vor Jahresfrist erzeugen wird. Ebenso erhöht sich die weltweite Endlagerprognose für Futtergetreide und Mais - insbesondere sollen Russland und die Ukraine mehr Mais überbleiben. Einen noch größeren Anteil - nämlich knapp 70% - hält China an den globalen Maisreserven.

Gegenüber 2021/22 steige die globale Ernte von Ölsaaten und dabei auch Sojabohnen. Da der Verbrauch von Sojabohnen nur moderater als das Angebot zulegt, bauen sich nach einem Jahr des Abschmelzens die Sojabohnenendlager wieder auf. Die Abkühlung der Ölsaatenpreise habe auch Ölmühlen im Umland Österreichs wieder Preisgebote für Ware neuer Ernte hinaushängen lassen.

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