Geflügelmarkt

Geflügelpest bremst EU-Produktion

Die EU-Kommission rechnet heuer mit einem leichten Produktionsrückgang von knapp 1% im beim Geflügel. Ursache dafür ist das vermehrte Auftreten der Geflügelpest. Für 2022 sieht die Kommission aber ein moderates Wachstum.

Der europäische Geflügelsektor spürt nach wie vor die Auswirkungen der Vogelgrippe. Die EU-Kommission prognostiziert im aktuellen Outlook-Bericht einen Produktionsrückgang von 0,9 % für das Jahr 2021. Die Auswirkungen der Lieferembargos aufgrund des Seuchengeschehens werden als Ursache genannt. Zudem bremsen die stark gestiegenen Futterkosten und die Corona-bedingt gedämpfte Nachfrage das Wachstum.

Alle wichtigen Erzeugerländer weisen Produktionsrückgänge auf, darunter Polen und Frankreich, die besonders viele Vogelgrippefälle bei Enten-, Puten- und Legehennenbetrieben verzeichnen mussten. Für 2022 prognostiziert die EU-Kommission ein moderates Wachstum von 1 %, vorausgesetzt die Nachfrage normalisiert sich und die Auswirkungen der Vogelgrippe klingen weiter ab. Der Geflügelverbrauch in der EU dürfte heuer stabil bleiben und 2022 wieder moderat wachsen (+1,2 %), berichtet Regina Reiter von der Agrarmarkt Austria.

Geflügelpest und Covid prägen Außenhandel

Die EU-Ausfuhren werden laut Bericht noch bis Jahresende beeinträchtigt sein, da weiterhin Importbeschränkungen aufgrund der Vogelgrippe in Kraft sind. Für das Jahr 2021 wird ein Rückgang der Exporte von insgesamt 5 % erwartet. Die Situation sollte sich im kommenden Jahr stabilisieren, sofern die Importverbote schrittweise aufgehoben werden können.

Die EU-Geflügelimporte gingen im ersten Halbjahr 2021 um 13 % zurück. Verantwortlich dafür ist die geringere Nachfrage nach Geflügelfleisch im Außer-Haus-Verzehr, dem Hauptabnehmer für importiertes Geflügel. Eine allmähliche Erholung für 2022 wird erwartet.