Molkereien

Gmunder Milch zieht erste Corona-Bilanz

Trotz der neuerlichen Lockerung der Maßnahmen gegen die Corona-Krise ist man von einem Normalbetrieb bei den Molkereien noch weit entfernt. Zwar verlassen Tag für Tag Milch- und Käseprodukte die Molkereien, dennoch hat die Krise das Leben in den Unternehmen weiter fest im Griff. Die Gmundner Milch zog eine Zwischenbilanz.

Gmunder Milch-Geschäftsführer Mag. Michael Waidacher: „Unser oberstes Ziel war und ist es, die Gesundheit unserer MitarbeiterInnen und die Produktion und damit die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln aufrecht zu halten.” (Bildquelle: Werkbild)

Bereits vor dem Corona-bedingten „Shutdown“ hatte ein 12-köpfiges Krisenteam aus allen Unternehmensbereichen der Gmundner Milch die Arbeit aufgenommen. Es folgten turbulente Tage und eine lange Agenda in den täglichen Krisensitzungen. Laufend neue Informationen und eine Achterbahnfahrt auf den Absatzmärkten als Auswirkung der Hamsterkäufe rund um den Globus beschäftigte das Team ebenso, wie die Herstellung aller notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der MitarbeiterInnen und bei den mehr als 2.200 landwirtschaftlichen Betrieben.

„Unser oberstes Ziel war und ist es, die Produktion und damit die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln aufrecht zu halten. Das bedeutete für uns neben einer sofortigen massiven Erhöhung der Schutzmaßnahmen die Vorbereitung auf unterschiedliche Entwicklungsszenarien“, so Gmundner Milch-Geschäftsführer Mag. Michael Waidacher. Ein Ziel, das trotz erster Lockerungen immer noch an oberster Stelle steht. „Auch wenn mit jeder Woche die Prioritäten immer wieder neu gesetzt werden mussten, so standen die Gesundheit von MitarbeiterInnen und unseren LandwirtInnen immer an oberster Stelle”, ergänzt Waidacher.

Eine Krise mit vielen Auswirkungen im Verkauf

Mit einem Exportanteil von über 50% liefert die Gmundner Molkerei ihre Produkte auch in viele andere Länder. Ob Italien, Deutschland, Griechenland oder Spanien – sie alle einte der Umgang mit dem „Shutdown“. Das schlagartige Einbrechen von Tourismus und Gastronomie, unklare Situationen in der Logistik durch geschlossene Grenzen und teilweise Panikkäufe in den Märkten, stellte vor allem auch den internationalen Verkauf täglich vor neue Herausforderungen.

„Gerade in den ersten Wochen der Krise mussten wir teilweise Bestellvolumen rationieren, um für alle Kunden lieferfähig zu bleiben. Auch wenn sich die Lage etwas stabilisiert hat, so bereiten wir uns jetzt auf das langerwartete Hochfahren der Gastronomie und Hotellerie vor. Auch sind wir mit unseren Kunden in engem Kontakt und versuchen, mit speziellen Paketen den Start zu unterstützen“, so Waidacher.

Ausnahmezustand in den Unternehmen

Auch in der Gmundner Molkerei blieb wie in anderen Unternehmen in der Organisation kein Stein auf dem anderen. Ob laufende Umstellungen im Schichtplan, Homeoffice, digitale Besprechungen oder die neuen Abstandsregelungen – von der Anlieferungen bis zum Abtransport mussten nahezu alle Prozesse angepasst und neue Verhaltensregeln erstellt werden. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in diesen Wochen Großartiges geleistet. Alle halten sich an die neuen Regeln und tragen damit sehr viel zum Schutz der eigenen und der Gesundheit anderer bei“, beschreibt Waidacher die Situation im Unternehmen.

„Auch wenn diese Krise noch nicht durchgestanden ist, wir die Auswirkungen noch nicht abschätzen können, eines steht fest: Der Zusammenhalt unserer MitarbeiterInnen, LandwirtInnen, Partner und nicht zuletzt der KonsumentInnen wird uns auch durch die kommenden Monate tragen“, so der Molkerei-Geschäftsführer.

365 Tage im Jahr im Einsatz

Die Versorgung von Tier und Boden muss auch in Zeiten von Krisen funktionieren. Das wichtigste Glied in dieser Kette sind für Waidacher die 2.200 bäuerlichen Betriebe der Genossenschaft.

Sie sind ein wesentlicher Teil des sehr hohen Selbstversorgungsgrades mit Lebensmitteln in Österreich. Auch die Landwirte trifft die Krise hart. Die Familien sind wie andere auch persönlich von der Krise betroffen. Kinderbetreuung, Ausgangsbeschränkungen und eingeschränkte Möglichkeiten in der Beschaffung von Gütern, die täglich im bäuerlichen Betrieb gebraucht werden, wurden zu einer zusätzlichen Belastung auf den vielen Höfen.

Aber auch die Milchabholung von den Betrieben muss in Zeiten der Krise aufrechterhalten bleiben. Nahezu rund um die Uhr sind die FahrerInnen der Sammelwägen im Einsatz, um die Rohmilch aus der Region nach Gmunden und Sattledt zu bringen.

Haltung zu Lebensmitteln ändert sich

Mit den Auswirkungen durch Corona habe sich auch ein neues Verantwortungsgefühl in unserer Gesellschaft füreinander entwickelt. Für viele seispürbar geworden, wie wichtig unsere regionale Wirtschaft und Produktion ist. So bringt jede Krise auch positive Entwicklungen mit sich.

Es entstanden viele Initiativen, zu lokalen Produkten zu greifen, berichtet die Molkerei. „Wir haben viel direktes Feedback über unsere Social Media Kanäle bekommen und hoffen natürlich, dass diese Wertschätzung für unsere heimischen Produkte auch weiter anhält. Das tut uns als Unternehmen gut und vor allem unseren 2.200 bäuerlichen Betrieben, die nicht nur für Produkte sorgen, sondern auch wesentlicher Bestandteil unserer heimischen Kultur und Werte sind”, freut sich Michael Waidacher über diese Entwicklung.

Weitere Infos zur Gmundner Milch finden Sie hier.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen