Österreichische Mühlenindustrie überlegt Preiserhöhungen

Die weltweit in die Höhe schnellenden Getreidenotierungen an den Börsen werden von der österreichischen Mühlenindustrie mit großer Sorge verfolgt. Sollte es in nächster Zeit keine Entspannung geben, werde die Mühlenindustrie wohl als Erster in der Wertschöpfungskette mit entsprechenden Preisanpassungen reagieren müssen, heißt es heute in einer Aussendung.

Über Zeitpunkt und Ausmaß wollen die einzelnen Betriebe in den nächsten Wochen individuell befinden. Die Branche, deren Kosten eigenen Angaben zufolge zu 80% von Getreide bestimmt werden, rechnet mit einem Anhalten der Nervosität und der damit verbundenen Verunsicherung am Getreidemarkt noch bis zum Abschluss der Ernte 2010.

Bäcker wollen Brotpreis anheben

Aber auch die heimischen Bäcker kündigen bereits Preiserhöhungen für Brot und Gepäck an. Aufgrund der steigenden Personalkosten und explodierender Rohstoffpreise dürften Backwaren ab Herbst um bis zu 7% teurer werden. Wenn den Bäckern kein größerer Schaden entstehen soll, dann müssen die Preise angepasst werden , sagte Walter Bornett, Direktor der KMU Forschung Austria, laut APA. Die Steigerung werde je nach Backware unterschiedlich ausfallen. Der Preis für Schokocroissants soll wegen der um 50% erhöhten Kakaopreise mehr steigen als jener für Semmeln. Wir haben die Preise jahrelang stabil gehalten, aber jetzt geht es nicht mehr , sagte der Obmann der Einkaufsgenossenschaft Bäko Österreich, Wolfgang Maurer. Derzeit würden 60% der Bäcker nicht kostendeckend arbeiten. Der Anteil des Getreides an den Konsumentenpreisen für Semmeln usw. bewegt sich im einstelligen Prozentbereich. Laut der Bundesinnung der Lebensmittelgewerbe beträgt der Anteil der Personalkosten innerhalb der Branche im Schnitt 44% und stellt den größten Brocken dar. Betriebskosten, Miete, KFZ-Aufwand und Instandhaltung kommen in Summe auf 24% und der Bereich Material (alle Rohstoffe, Zutaten und Verpackung) kommt auf 32%, wobei Getreide hier neben Milch, Butter, Kakao, Marmelade usw. nur einen Faktor von vielen darstellt.


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