Kartoffelmarkt

Weniger Angebot wegen hoher Aussortierungen

Der Kartoffelabsatz entwickelt sich aufgrund des neuerlichen Corona-Lockdowns sehr unterschiedlich. Die Preise halten vorerst.

Der österreichische Speisekartoffelmarkt präsentierte sich in der vergangenen Woche noch recht ausgeglichen. Auf der Angebotsseite bleiben die hohen qualitätsbedingten Aussortierungen das zentrale Thema. Fäulnis, Drahtwurmbefall, mechanische Beschädigungen et cetera sorgen für eine schwache Nettoausbeute und einen entsprechend hohen Aufbereitungsbedarf bei den Packstellen, berichtet die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau.

Lockdown mischt die Karten neu

Mit der Absatzsituation war man bislang durchaus zufrieden. Die Auswirkungen des bundesweiten vierten Lockdowns auf den Speisekartoffelmarkt lassen sich noch schwer abschätzen. Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel hat sich zuletzt zwar schon belebt, bleibt aber bislang deutlich unter den früheren Lockdowns zurück.

Die Verkäufe von Schälkartoffeln in die Gastronomie oder auch von Ofenkartoffeln für die Weihnachtsmärkte sind jedenfalls abrupt eingebrochen. Preislich gibt es keine Änderung zur Vorwoche. In Niederösterreich wurden Speisekartoffeln zu Wochenbeginn meist um 18 bis 20 €/100 kg übernommen. Für Partien mit überdurchschnittlich hohen Absortierungen liegen die Preise etwas darunter. Aus Oberösterreich wurden unveränderte Preise von bis zu 25 €/100 kg genannt.

Deutschland: Mehr Interesse ausländischer Käufer

Die Situation am deutschen Speisekartoffelmarkt ist weiter stabil bis fest. Allerdings hat sich der Preisanstieg für Lagerware in der letzten Woche wieder etwas abgeschwächt. Die nervöse Lage rund um die Entwicklung der Corona-Pandemie verhindert momentan einen stärkeren Preisaufschwung. Zuletzt waren die Absatzzahlen am Inlandsmarkt noch durchaus zufriedenstellend. Vereinzelt spürte man aber in der Gastronomie schon eine gewisse Zurückhaltung der Gäste.

Die Nachfrage aus dem Ausland scheint sich indes zu beleben. Käufer aus Polen, Tschechien und dem gesamten Balkan haben zuletzt vermehrt Interesse an deutschen Speisekartoffeln gezeigt. Das Angebot aus den eigenen Ernten ist in diesen Ländern klein, und entsprechend groß scheint heuer der Importbedarf zu sein. Die Erzeugerpreise haben in der letzten Woche moderat zugelegt. Zu Wochenbeginn wurden im Bundesdurchschnitt für Speiseware meist 16 bis 18 €/100 kg bezahlt