Rechtsunsicherheit bei Ökostrom

Holzkraftwerk Altweitra dicht

Nach 12 Jahren Produktion hat das Holzkraftwerk in Altweitra am 12. September seinen Betrieb eingestellt. "Grund für die Abstellung ist das Auslaufen der aktuellen Ökostromverträge", erklärt NAWARO Geschäftsführer Hans-Christian Kirchmeier.

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Hans-Christian Kirchmeier vor dem Holzkraftwerk Altweitra, das jetzt abgestellt werden musste. (Bildquelle: nawaro-energie.at)

Das Holzkraftwerk in Altweitra erzeugte seit 2008 Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Seit vielen Jahren weisen wir immer wieder darauf hin, dass wir dringend gesetzliche Rahmenbedingungen brauchen, um einen Weiterbetrieb unserer Kraftwerke zu ermöglichen. Darauf warten wir bis heute. Die Übergangsregelungen aus 2019 haben die Versprechungen jedenfalls nicht erfüllt.“, stellt Kirchmeier fest.

Das Kraftwerk in Altweitra werde in den nächsten Wochen gereinigt und konserviert. "Wenn das schon überfällige, dringend erwartete Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) eine wirtschaftlich sinnvolle Wiederinbetriebnahme ermöglicht, dann wird das Kraftwerk wieder hochgefahren", erklärt Kirchmeier. "Fakt ist aber, dass die nun leider notwendige Konservierung und etwaige Wiederinbetriebnahme sehr hohe Kosten verursachen, die wieder verdient werden müssen."

Große Rechtsunsicherheit

NAWARO und zahlreiche andere Holzkraftwerkbetreiber arbeiten laut Kirchmeier seit Jahren unter größter Rechtsunsicherheit. "Das ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für Lieferanten unzumutbar. Leider musste genau deshalb schon der Abgang einiger bestens qualifizierter Mitarbeiter hingenommen werden."

„Wir hoffen auf das Erneuerbaren Ausbau Gesetz. Wenn die Regelungen geeignet sind und die Vergütung ausreichend ist, dann arbeiten wir weiter. Wir sind mitten in den Planungen von Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. Teilweise liegen uns sogar die behördlichen Genehmigungen schon vor. Wir wollen damit zusätzliche Arbeitsplätze im Waldviertel schaffen und eine hohe regionale Wertschöpfung generieren.“, so Kirchmeier. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Energieagentur komme zum Ergebnis, dass NAWARO mit diesen Projekten auch weiter ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Waldviertel sein könne.

"Völlig absurd"

„Es ist völlig absurd, jetzt Holzkraftwerke mit enormem Aufwand stilllegen zu müssen. Das ist ein Schaden für das Waldviertel. Ich habe bereits vor sechs (!) Jahren, im September 2014, die politischen Entscheidungsträger auf Landes- und Bundesebene über die Situation schriftlich informiert und immer wieder konstruktive Lösungsvorschläge gemacht. Die Politik hat das Problem auf die lange Bank geschoben.“ meint Kirchmeier, und fordert die rasche Vorlage des EAG und ein klares Bekenntnis aller Parteien für die Erneuerbaren. „Nur so ist die Energiewende zu schaffen. Wir sind bereit!“


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