Hagelversicherung

Frost: Obstbauern ziehen erste Bilanz

Frostnächte der letzten beiden Wochen verursachten im Obstbau einen Gesamtschaden von 35 Mio. € in Österreich. Marillen-, Kirsch- und Apfelblüten sind besonders in der Steiermark betroffen.

Marille

Frostschäden bei Marille (Bildquelle: ÖHV)

Temperaturen in den Obstbaugebieten von bis zu minus 8 °C führten vielerorts zu schweren Schäden. Nördlich der Alpen wurde das Steinobst, insbesondere Marillen und Kirschen, beschädigt. Kälte-Hotspot waren der Süden und Süd-Osten des Landes: Aufgrund des langanhaltenden Frostereignisses ist auch der später blühende Apfel nicht schadlos davongekommen: „Nach den Erhebungen durch unsere Sachverständigen gehen wir aktuell in Österreich von einem Gesamtschaden durch Frost an Obstkulturen von 35 Millionen Euro aus“, so Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung. Zwei von drei Apfelbauern sind gegen das Risiko Frost versichert, denn derartige Schäden sind oftmals existenzbedrohend für die Betriebe.

Lokalaugenschein in der Steiermark zeigt schwere Schäden

Ein Lokalaugenschein in der Steiermark zeigt das Schadensausmaß: „Die Erhebungen durch die Sachverständigen der Österreichischen Hagelversicherung zeigen allein in der Steiermark einen Gesamtschaden von 23 Mio. € im Obstbau. Ein vergleichbares Szenario hatten wir bereits im letzten Jahr. 2020 lag die Schadensumme bei 26 Mio. €. Josef Kurz,Landesleiter der Österreichischen Hagelversicherung in der Steiermark erklärt, dass es große Unterschiede zwischen den Sorten gibt. Außerdem sind Obstbauern in höheren Lagen großteils verschont geblieben. In tieferen Lagen haben sich allerdings Kälteseen gebildet und kam es teilweise zu Totalausfällen bei Äpfeln.

Aufatmen in punkto Frost können aktuell die Winzer, da „die Knospen noch geschlafen haben“. Das Positive am jetzigen Wetter ist aber der Niederschlag, da Regen für Wintergetreide und Grünland dringend notwendig ist“, beschreibt Kurz die aktuelle Situation. Bei Beerenobst (Erdbeere, Johannisbeere) gibt es vereinzelt Schäden.

Lokalaugenschein

Lokalaugenschein in der Steiermark mit (v.l.n.r.) Manfred Kohlfürst, Josef Kurz, Franz Titschenbacher, Familie Julia und Franz Rosenberger (Bildquelle: ÖHV)

Trotz Frost beste Qualität

Manfred Kohlfürst hat als oberster Branchenvertreter auch die letzten Jahre noch leidvoll in Erinnerung: „Der Frost brachte nicht nur Schäden, sondern auch einen deutlichen Mehraufwand. Mit Abwehrmaßnahmen wie dem Heizen mit Frostkerzen und speziellen Öfen sowie mittels Frostberegnung versuchten wir zu retten, was noch zu retten war.“ Bis zu den Eisheiligen müssen die Obstbauern noch bangen. Danach sind es dann die Hagelunwetter, die wiederum große Schäden verursachen können.

In den vergangenen Jahren haben die Obstbauern aber viel in Hagel- und Frostschutz investiert. LK-Präseident Franz Tischenbacher erklärt dazu, dass es besonders wichtig ist, den Bauern Zugang zu Wasser für eine Frostschutzberegnung zu ermöglichen. Hierbei gibt es immer wieder Probleme, da große Mengen und somit Speicher benötigt werden.

Die Kälte macht auch den Bienen zu schaffen

Aber auch ein weiteres Problem besteht: „Die tiefen Temperaturen sind auch der Grund, dass derzeit deutlich weniger Bienen unterwegs sind. Die Bestäubung der noch vorhandenen Blüten ist daher gefährdet. Wir hoffen, dass wir nach dem Frost ein warmes Blühwetter für die Bestäubung bekommen“, gibt der betroffene Obstbauer Franz Rosenberger die Hoffnung auf eine ertragreiche Ernte nicht auf.

Temperaturen

Von 7. bis 16. April 2021 gab es Spätfrost. (Bildquelle: ÖHV)


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