Kulikitaka-Challenge

Jungbauern kritisieren TikTok-Challenge mit Kühen

Spanische Musik, ein eigenartiger Tanz und böswilliges Erschrecken der Tiere: Das beinhaltet eine neuartige TikTok-Challenge, die seitens der Jungbauern stark kritisiert wird.

Christian Lang

Bei dieser „Kulikitaka – Challenge“ werden Tiere erschreckt, wobei dies zu schwerwiegenden Verletzungen bei Menschen, als auch bei Tieren führen kann. (Bildquelle: Youtube)

Seit April 2020 werden auf der bei Jugendlichen beliebten App „TikTok“ Kurzfilme veröffentlicht, in denen Tiere von jungen Leuten erschreckt werden. Dabei beginnt das Video mit einer Passage aus dem Lied „Kulikitaka“ von Toño Rosario. Ein eigenartiger Tanz wird von den Jugendlichen dazu aufgeführt. Als krönenden Abschluss laufen sie dann provokant auf die Tiere zu und versuchen sie in Panik zu versetzen. „Bei dieser „Kulikitaka-Challenge“ werden Tiere böswillig erschreckt, wobei dies zu schwerwiegenden Verletzungen bei Menschen, als auch bei Tieren führen kann“, sagt Jungbauern-Landesobmann Christian Lang.

„Rinder sind grundsätzlich Fluchttiere. Deswegen meinen viele Menschen, dass Rinder, wenn sie unter Druck gesetzt werden, flüchten. Leider ist das nicht immer der Fall: Mutterkühe verteidigen aufgrund ihres Mutterinstinkts ihre Kälber und beschützen diese entsprechend“, klärt Christian Lang auf.

Kein Schamgefühl, Hauptsache Aufmerksamkeit

Einerseits fordern immer mehr Menschen überzogene Tierwohlstandards in der Landwirtschaft und erklären den Bäuerinnen und Bauern, wie sie zu wirtschaften haben. Andererseits versetzen sie unschuldige Tiere in Panik, um möglichst billig Aufmerksamkeit in den sozialen Medien zu erhalten. „Ich bin entsetzt über dieses rücksichtslose Verhalten der Jugendlichen und kann nur an all jene appellieren, die sich in eine unterschätzte Gefahrensituation begeben: Lasst die Tiere in Ruhe und begegnet ihnen mit einem angemessenen Respekt“, ist der Jungbauern Landesobmann.

Lang

OÖ Jungbauern Landesobmann Christian Lang appelliert an die Jugendlichen: Lasst die Tiere in Ruhe und begegnet ihnen mit einem angemessenen Respekt! (Bildquelle: OÖ Bauernbund)

Tiroler Kuh-Urteil ist immer noch präsent

Als 2014 die Tragödie mit der tödlichen Kuhattacke auf eine Wanderin passierte, konnte niemand die Folgen für die Almwirtschaft vorhersagen. Viele Bäuerinnen und Bauern sind aufgrund dieses Urteils stark verunsichert und gehen teilweise so weit, dass sie ihre Almen für Privatpersonen sperren. „Unsere typisch österreichische Almlandschaft ist nur durch eine aktive Bewirtschaftung dieser Flächen sichergestellt. Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Wanderer, sich an die Verhaltensregeln mit Weidetieren zu halten. Nur gemeinsam können wir alle unsere schöne Landschaft genießen“, zeigt sich der Jungbauern Landesobmann Christian Lang zuversichtlich.


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