Wolf

Schutz von Schafen in Serfaus schwierig

Nachdem im Gemeindegebiet von Serfaus (Tirol) mehrere gerissene Schafe gefunden wurden, fand vor Kurzem eine Almbegehung mit Schafhaltern, dem Bürgermeister und Experten des Landes statt. Herdenschutzmaßnahmen dürften heuer praktisch nicht mehr umsetzbar sein.

Schafe

Die Schafe bleiben im sehr weitläufigen Gebiet vorläufig weiter im freien Weidegang. (Bildquelle: Archiv)

Die Schafhaltung und die Bewirtschaftung mit Schafen haben für alle Beteiligten in Serfaus einen hohen Stellenwert. Was die Machbarkeit einer gezielten Weideführung der Schafe als notwendige Vorstufe für Herdenschutzmaßnahmen anlangt, so wird die Situation von den Experten in einer ersten Einschätzung als "sehr schwierig" beschrieben. "Aufgrund der Topografie ist die Umsetzung einer gezielten Weideführung jedenfalls in einem Teilbereich der Schafalm kaum realisierbar. Dafür bedarf es zudem eines eigenen Hirten, der immer vor Ort ist. Die Anzahl von 250 bis 300 Schafen stellt für die Anstellung eines solchen Hirten aber eine kritische Größe hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit dar", fassten Josef Gitterle, Herdenschutzbeauftragter des Landes, und Simon Moser vom Büro Alpe zusammen.

Schafe weiter im freien Weidegang

Zumindest für die heurige Almsaison sehen die Experten keine Möglichkeiten, eine gezielte Weideführung und parallel dazu Herdenschutzmaßnahmen umzusetzen. Die Schafe bleiben im sehr weitläufigen Gebiet vorläufig weiter im freien Weidegang. Eine endgültige Beurteilung der weiteren Maßnahmen war im Rahmen der Almbegehung nicht möglich, da große Teile der Weideflächen noch schneebedeckt sind.

Große Verunsicherung bei den Bauern

"Sowohl seitens der Tierhalter als auch seitens der Gemeinde und des Tourismus besteht großes Interesse daran, die Almbewirtschaftung mit Schafen auch aus Gründen des Erosions- und Lawinenschutzes aufrechtzuerhalten", bekräftigte Bürgermeister Paul Greiter. Verunsicherung, Besorgnis und Belastung aufgrund der Wolfspräsenz seien jedoch groß. Rund 100 Schafe wurden in Serfaus bereits aufgetrieben. Der Großteil der Schafbauern wird aus heutiger Sicht die Tiere auf der Alm lassen beziehungsweise demnächst auftreiben. Im Zuge der Almbegehung wurden wiederum zwei tote Lämmer gefunden. Damit erhöht sich die Zahl der toten Tiere in Serfaus auf zehn. Die Situation wird vor Ort und seitens des Landes weiterhin genau beobachtet.


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