Steuerbetrug mit fiktiven Apfelverkäufen

Steirer „erntete“ fünf Jahre Haft

Ein 46-jähriger Obstbauer ist am Landesgericht Graz zu fünf Jahren Haft (nicht rechtskräftig) verurteilt worden. Er hatte vom Finanzamt mehr als 8,5 Mio. € an Vorsteuern für angebliche Apfellieferungen zu Unrecht bezogen. Dieses Geld muss er auch zurückzahlen.

Ein Wiederholungstäter bekam in erster Instanz unbedingte Haft aufgebrummt. Er hatte u.a. 8,5 Mio. € an Umsatzsteuerrückvergütung erschlichen. (Bildquelle: pixabay)

Eine erste Verurteilung wegen Urkundenfälschung und Betrugs im Jahr 2018, als er Marillen aus Ungarn als österreichische verkauft hatte, waren dem steirischen Landwirt und Händler nicht Warnung genug. Er machte mit den Betrügereien munter weiter und ergaunerte mittels fiktiver Obstverkäufe ins Ausland gut 8,5 Mio. € von der Finanz – siehe unsere Meldung vom 29. September.

Nun bekam er die Rechnung präsentiert – fünf Jahre Haft und Rückzahlung der von der Finanz erschlichenen Umsatzsteuer. Davon hat der 46-Jährige bereits 75.000 € zurückgezahlt. „Es ist unbestritten eine hohe Summe, aber es ging nicht in die persönliche Tasche. Er hatte weder Luxusurlaube noch Porsches“, verteidigte ihn sein Strafverteidiger vor Gericht laut ORF Steiermark. Lediglich ein Einfamilienhaus im Wert von rund 500.000 € habe er zusammen mit seiner Lebensgefährtin gebaut, gab der Landwirt an.

Betrügereien bereits seit 2006

Angefangen hatten die Betrügereien nachdem er 2005 als einen großen Obstabnehmer verloren hatte. Seine damals junge Handelslfirma hatte er aus falschem Stolz aber nicht in Konkurs geschickt. Tatsächlich haben in der Folge nur etwa 20% der am Papier stehenden Apfellieferungen nach Rumänien, Moldawien und Bosnien tatsächlich gegeben, der Rest war erfunden bzw. mit falschen Lieferdokumnete gefälscht. Aufgedeckt hatten die Betrügereien jeweils die AMA Marketing, erst in der Folge wurden die Finanzbehörden aktiv.

Das Urteil ist nich nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Der Angeklagte erbat sich drei Tage Bedenkzeit.


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