Stopp den Schummel-Eiern auf unseren Tellern!

224 Millionen ausländische Eier - überwiegend aus Käfighaltung - landen pro Jahr auf heimischen Tellern. LK-Präsident Franz Titschenbacher fordert anlässlich des Welt-Ei-Tages eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln mit Ei-Anteil wie Nudeln, Kuchen, Keksen & Co.

Bei frischen Eiern ist die Kennzeichnung der Haltungsform bereits Pflicht. (Bildquelle: LK OÖ)

„Heimische Eier sind klimafreundlich hergestellt, die Legehennen werden zu weltweit höchsten Tierschutz- und Tierwohlstandards gehalten und ausschließlich mit gentechnikfreiem Futter gefüttert“, betont Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher anlässlich des bevorstehenden Welt-Ei-Tages am 11. Oktober. Weil die heimischen Legehennen mit Soja aus dem Donauraum gefüttert werden, das darüber hinaus auch gentechnikfrei produziert wird, vermeiden die steirischen Produzenten den Ausstoß von rund 40.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr.

Herkunftskennzeichnung notwendig!

Täglich landen trotz EU-weiten Käfigverbots in Österreich nach wie vor 613.000 Billigst-Eier überwiegend aus ausländischen Käfighaltungen auf unseren Tellern. Jährlich sind es 224 Millionen Stück. „Das ist absurd. Wir verlangen mit Nachdruck, dass den Konsumenten keine ausländischen Käfig-Eier auf den Tellern untergejubelt werden. Eine klare Herkunftskennzeichnung verschafft den Konsumenten eine echte Wahlfreiheit“, unterstreicht Titschenbacher. Konkret verlangt Titschenbacher von der neuen Bundesregierung eine für die Konsumenten auf den ersten Blick erkennbare verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln mit Ei-Anteil wie Nudeln, Kuchen, Keksen & Co. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung fordert Titschenbacher auch für Speisen in Kantinen oder Großküchen mit Ei-Anteil.

Die heimischen Legehennen werden ausschließlich in Bio- oder Freilandhaltung oder freilaufend im Stall mit viel Tageslicht und Beschäftigungsmaterial gehalten. (Bildquelle: LK/Musch)

Einkaufs-Check katastrophal!

Nach wie vor katastrophal ist die klare, nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln, Kuchen und Co. Den Konsumenten werden Käfigeier untergejubelt und die Herkunft der Eier sowie die Haltungsform verschwiegen. Konkret ergab der im April durchgeführte Einkaufs-Check der Landwirtschaftskammer: Bei nur einem Produkt (2,78 Prozent) sind die österreichische Herkunft und die alternative Haltungsform nachvollziehbar. In drei Viertel der Produkte (75 Prozent oder 27 Produkte) sind internationale Käfigeier versteckt. Ein trügerischer Trend ist auch erkennbar: In acht Produkten (22 Prozent) wird zwar eine alternative Haltung angegeben, jedoch mit internationaler Herkunft aller Herren Länder – die Nachvollziehbarkeit ist nicht gegeben. Berechnungen der Landwirtschaftskammer zeigen, dass ein gutes Gewissen bei verarbeiteten Lebensmitteln nur ein paar Cent mehr kostet. „Bei Verwendung von heimischen Freiland-Eiern würde eine Packung Kekse einer Handelsmarke im Regal nur um 0,6 Cent mehr kosten, spezielle Eierbiskotten um 2,2 Cent mehr, Mayonnaise um 0,2 Cent mehr oder ein Markenfertiggericht um 0,04 Cent mehr je Packung“, rechnet Bernhard Monschein, Obmann des Landesverbandes der steirischen Geflügelhalter vor.

Weltweit 90 Prozent Käfigeier

Weltweit werden 90 Prozent der Legehennen in Käfigen gehalten. Selbst in Europa, wo es seit 2012 ein Käfigverbot gibt, werden nach wie vor 56 Prozent der Hennen in Käfigen gehalten. In Österreich wurden Käfige bereits 2009 verboten. Die Steiermark als Eier-Land Nummer Eins ist internationaler Vorreiter bei der alternativen Haltung von Legehennen. In der Grünen Mark halten 725 Betriebe Legehennen, davon sind 111 Bio-Betriebe, 452 Freilandbetriebe und 198 Bodenhaltungsbetriebe. Insgesamt werden in der Steiermark 2,5 Millionen Hennen gehalten. Als österreichweites Eier-Land Nummer Eins hat die Steiermark einen Marktanteil von rund 36 Prozent.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

Schreiben Sie Beate Kraml eine Nachricht

Eine Köchin will Agrarministerin werden

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen