Treffpunkt Börse

Welche Chancen gibt es heutzutage für Betriebe?

Dieser Frage gingen über 250 Landwirte bei einem Netzwerktreffen der EGZ Gut Streitdorf nach. Unter anderem forderten sie von der EGZ, einen höheren Anteil an heimischer Ware in der Gastronomie- und in Großküchen unterzubringen.

Treffpunkt Börse

über 250 Rinder-, Schweine-, Schaf- und Ziegenbauern kamen zur Veranstaltung Treffpunkt Börse. (Bildquelle: Kraml)

Die Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf eGen lud am 11. Februar 2020 erstmalig zu einem großangelegten Netzwerktreffen „Treffpunkt Börse – Zukunft I Tier I Haltung“ für Betriebe aus der Rind-, Schweine-, Schaf- und Ziegenproduktion. Die Zielstellung der Veranstaltung war laut den Organisatoren Franz Rauscher, Obmann der EZG Gut Streitdorf, und Christoph Heiß, Hofnachfolger und ehemaliger EZG Gut Streitdorf Mitarbeiter, eine Plattform für Bauern und Bäuerinnen zu schaffen, wo untereinander, sowie mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Handel topaktuelle Themen und Probleme ausgetauscht, ein erweitertes Netzwerk etabliert und Strategien entwickelt werden können.

Treffpunkt Börse

Johannes Schmuckenschlager, Präsident Landwirtschaftskammer NÖ, Alois Huber, Geschäftsführer Spar Wien, NÖ und nördl. Burgenland, Paul Nemecek, Bauernbunddirektor NÖ und Werner Habermann, Geschäftsführer der EZG Gut Streitdorf beantworteten Fragen, die die Teilnehmer per Live-Voting abstimmen konnten. (Bildquelle: Kraml)

Einleitende Worte von Obmann Franz Rauscher, EZG Gut Streitdorf, bildeten den Auftakt zur Podiumsdiskussion mit DI Werner Habermann, Geschäftsführer der EZG Gut Streitdorf und ARGE Rind, Dir. Mag. Alois Huber, Geschäftsführer Spar-Ost, Paul Nemecek, Bauernbunddirektor NÖ, Christian Putscher, Ernährungswissenschaftler und Lifestyle-Coach und Johannes Schmuckenschlager, Präsident Landwirtschaftskammer NÖ. Themen wie „Kann man einem Betrieb empfehlen, in der Veredelung zu bleiben?“ oder „Wo können Politik und Handel wirksam unterstützen?“ wurden intensiv diskutiert.

Landwirte diskutierten mit Experten in kleinen Gruppen

Anschließende Fragen aus der Teilnehmer-Runde („Wohin soll sich eine EZG entwickeln?“, „Welche Chancen gibt es heutzutage für Betriebe?“, „Wie kann eine erfolgreiche Hof-Nachfolge sichergestellt werden?“) vervollständigten einen Fragenkatalog, der in Folge, aufgeteilt auf 10 Gruppen, bearbeitet wurde. Diese Resultate wurden wiederum dem Plenum vorgetragen, woraus sich folgende Schwerpunktthemen ergeben haben und sowohl für die EZG Gut Streitdorf, als auch für Politik, Wirtschaft und Handel konkrete Handlungsimpulse bilden:

  • Veredelungs- und Produktionsbetriebe benötigen in Zukunft stabile Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit. Das heißt, dass z.B. ein Betrieb nur dann Stallinvestitionen vornehmen und umbauen kann, wenn gewährleistet ist, dass sich die Bedingungen nicht innerhalb kurzer Zeit, sprich bevor der Stall überhaupt abgeschrieben ist, aufgrund neuer Vorgaben wieder ändern.
  • Die Teilnehmer forderten von der EZG eine noch intensivere Bearbeitung des Gastronomie- und Großküchenmarktes. Durch eine Kennzeichnungspflicht und weiterer Informations- sowie Kommunikationsmaßnahmen, soll ein höherer Anteil an heimischer Ware in diesem Sektor positioniert werden.

Weiters wünschten sich die Teilnehmer, dass die Zusammenarbeit mit dem Handel auf eine noch fairere Basis als bisher gestellt werde. Die Partnerschaft mit dem LEH in der Wertschöpfungskette solle noch mehr gestärkt werden.

Treffpunkt Börse

In Kleingruppen diskutierten Jung und Alt mit Experten Themen wie Rahmenbedingungen, AMA-Gütesiegel, Tiergesundheit, Bio, Ernährungstrends usw. (Bildquelle: Kraml)

Ein letzter Fokus wurde auf eine gelungene Betriebsübernahme gelegt: Junge Hof-Nachfolger brauchen ein Umfeld, welches so gestaltet ist, dass ein entsprechendes Einkommen erzielt bzw. das hohe Risiko abgegolten werden kann.

Die Netzwerkveranstaltung selbst, sowie die erarbeiteten Ergebnisse fanden einen so guten Anklang, dass bereits eine Fortsetzung geplant ist.


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