Neuer Absatzweg

Um Lager abzubauen: Wein soll zu Desinfektionsmittel verarbeitet werden

Winzer können Wein zu Desinfeketionsmittel verarbeiten. Damit soll ein neuer Absatzweg geschaffen werden, um die großen Weinlager abzubauen. Das teilten Ministerin Elisabeth Köstinger und Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager mit.

Ministerin Elisabeth Köstinger und Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager: Im äußersten Notfall wird es auch eine Förderung für die Bereitstellung von Wein für Desinfektionsmittel geben". (Bildquelle: BMLRT/Paul Gruber)

In Österreich wird der größte Teil des Weines außer Haus in der Gastronomie, beim Heurigen, bei gesellschaftlichen Ereignissen etc. getrunken. Mit dem Lockdown und den damit verbundenen Schließungen sind ganze Absatzmärkte weggebrochen. Die Direktvermarktung und der Online-Handel konnten nur einen Teil kompensieren. Zur Reduzierung der großen Weinlager, die ihren Grund im zusammengebrochenen Corona-Markt, aber auch in den großen Ernten 2018 und davor haben, kann eine Destillation durchgeführt werden." Im äußersten Notfall wird es auch eine Förderung für die Bereitstellung von Wein für Desinfektionsmittel geben", teilt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger mit. "Diese Maßnahme kann in Anspruch genommen werden, um überschüssige Mengen an Wein zu verarbeiten. Jeden Winzer schmerzt es, wenn sein Qualitätsprodukt in dieser Form verarbeitet werden muss. Aber mit dieser Maßnahme kann man einen Absatz finden, ohne den Wein entsorgen zu müssen."

Insgesamt sollen rund 10 Mio. l Wein des Jahrgangs 2018 und älter, die am Markt nicht mehr benötigt werden, zu einem Ankaufspreis von 35 Cent/Liter weiterverarbeitet werden. Herangezogen werden dazu Budgetmittel aus dem Stützungsprogramm. Der dabei gewonnene Alkohol soll vorzugsweise zur Herstellung von nach wie vor dringend benötigten Desinfektionsmitteln verwendet werden.

Österreichische Maßnahmen im Überblick

Besonders gefördert werden die Absatzbemühungen im Export. Dafür werden sowohl die Förderungsgegenstände ausgeweitet als auch der vorgesehene Fördersatz von 50 auf 60% angehoben. Erhöht werden ebenso die dafür vorgesehenen Budgetmittel.

Ferner wird die Investitionsförderung im Rahmen des nationalen Stützungsprogrammes ausgebaut. Bei besonders qualitätsfördernden Maßnahmen, die vor allem auch aufgrund des Klimawandels notwendig werden, wie Gärsteuerung, Kühlungsinvestitionen etc., wird die Förderintensität von 30 auf 40% angehoben. Neu aufgenommen werden Lagertanks, aber auch Konzentriermaßnahmen von Most, wie Umkehrosmose und Vakuumdestillation. Gerade Letztere ermöglicht auch die Herstellung von Traubendicksaft.

Die klassische Förderung der Umstellung von Weingärten wird nach mehr als 20 Jahren reduziert. Die aufgrund des Klimawandels notwendigen Investitionen, wie Bewässerung, werden jedoch vollinhaltlich beibehalten und ausgebaut. Dasselbe gilt für die Erhaltung und Rekultivierung von Böschungen und Terrassen.

Die für den österreichischen Schaumwein gegenüber dem italienischen Frizzante wettbewerbsverzerrende Schaumweinsteuer wurde abgeschafft. Dies sichert den Weinabsatz für rund Tausend Sektgrundweinerzeuger.


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