Verzehrwarnung nach zwei Listeria-Toten

Im Zusammenhang mit einem lebensmittelbedingtem Listerien-Ausbruch in Deutschland werden alle Produkte der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG zurückgerufen. Produkte dieses Unternehmen sind auch in Österreich im Umlauf.

Nach zwei dokumentierten Listeria-Toten werden alle Produkte der Firma Wilke Waldecker zurückgerufen. (Bildquelle: Screenshot)

Die AGES warnt im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) vor Fleisch- und Wurstwaren des deutschen Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG.

Das Unternehmen hat alle seine Produkte zurückgerufen, da nach Stand behördlicher Ermittlungen in Deutschland ein Zusammenhang mit einem lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch besteht, der durch Listerien ausgelöst wurde.

Listerien-Problem den deutschen Behörden seit 2018 bekannt

Das Robert-Koch-Institut heraus, dass zwei Menschen starben, weil sie die verunreinigten Lebensmittel der hessischen Firma aßen. In 37 weiteren Krankheitsfällen werden derzeit eventuelle Zusammenhänge ermittelt.

Schon seit Monaten seien immer wieder verunreinigte Produkte entdeckt worden, berichten deutsche Medien. Seit Anfang des Jahres begleitete das Veterinäramt den Betrieb, aber das Problem der Listerien-Verunreinigung wurde trotz Gegenmaßnahmen nicht behoben.

Nun wurden die gefährlichen Bakterien Listerien in Pizzasalami und einer Brühwurst nachgewiesen. Die Staatsanwaltschaft hat den Betrieb vorerst geschlossen.

Rückruf aller Produkte mit "DE-EV-203 EG"

Vom weltweiten Rückruf betroffen sind alle im Unternehmen hergestellten Erzeugnisse mit sämtlichen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdaten. Die betroffenen Waren sind durch das auf allen Verpackungen angebrachte ovale Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG" eindeutig zu identifizieren.

Die Waren des Unternehmens wurden nach Angaben des Unternehmens weltweit in Verkehr gebracht, auch in loser Form über den Lebensmitteleinzelhandel (z. B. Wursttheken) und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung (z. B. Krankenhausküchen, Kantinen).

Produkte via Großhändler auch nach Österreich

Über das europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) haben die deutschen Behörden informiert, dass Produkte der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG nach derzeitigem Stand auch an zwei Großhandelsfirmen in Österreich geliefert wurden. Diese vertreiben die Produkte hauptsächlich an Großküchen und Kantinen.

Die zuständigen Lebensmittelbehörden der Länder überprüfen nun die Vertriebswege und überwachen die Rückrufaktion eventuell vorhandener Produkte des deutschen Herstellers.

Laut der AGES – diese ist nationale Referenzzentrale für Listeriose und Nationales Referenzlabor für Listerien in Lebensmitteln – wurde in Österreich bisher kein Fall einer Listeriose-Erkrankung, der mit dem Ausbruch in Deutschland in Verbindung gebracht werden könnte, festgestellt.

Artikel geschrieben von

Leopold Th. Spanring

Redakteur

Schreiben Sie Leopold Th. Spanring eine Nachricht

Eine Köchin will Agrarministerin werden

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen