Wildbiologie-Experte rät zu wolfsfreien Zonen

"Weidewirtschaft und der Wolf sind wissenschaftlich gesehen inkompatibel", so Klaus Hackländer, Leiter des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft (BOKU). Er spricht sich im Rahmen des Petitionsausschusses im Parlament für wolfsfreie Zonen aus.

Wolf

In Österreich soll er derzeit 20 bis 25 Wölfe geben. (Bildquelle: DJV/Rolfes )

Mit einer Wachstumsrate von jährlich 40% stellt die steigende Wolfspopulation der vergangenen Jahre auch in Österreich eine große Herausforderung dar. Derzeit geht man von 20 bis 25 Wölfen im gesamten Bundesgebiet aus. In 15 Jahren sei eine ökonomische Tragfähigkeit von bis zu 500 Tieren möglich. Österreich ist zudem reich an Nahrung, verweist Hackländer in seinem Statement auf die hohe Anzahl an Nutztieren, aber auch an Rotwild in unserem Land. Herdenschutz sei möglich, würde aber Nutztierrisse nicht zu 100% verhindern. Weidewirtschaft in der jetzigen Form und der Wolf sind auch wissenschaftlich gesehen inkompatibel, setzt der Experte daher auf die Einführung einer wildökologischen Raumplanung in Österreich. Diese würde eine Ausweisung von wolfsfreien Zonen sowie eine konfliktarme Koexistenz zwischen Mensch und Wolf ermöglichen. Hier könnte das Österreich-Zentrum einen wertvollen Beitrag leisten."

"Aus Mangel an natürlichen Feinden und aufgrund des hohen Schutzstatus werden vermehrt auftretende Wolfsrudel auch bei uns zum Problem, begründet ÖVP-Petitionssprecher und Nationalrat Manfred Hofinger, warum die Volkspartei die Petitionen der Nationalräte Martina Diesner-Wais, Hermann Gahr und Franz Eßl zum Hauptthema des heutigen Hearings im Parlament gemacht hat. Mit dem Leiter des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Klaus Hackländer, wurde bewusst ein unabhängiger Experte geladen. Uns geht es darum, das Thema in aller Sachlichkeit zu diskutieren und Lösungen für die Weidewirtschaft, vor allem aber auch für die verunsicherte Bevölkerung zu suchen. Denn wie bekannt ist, dringen Wölfe bereits vermehrt auch in urbane Gebiete ein, so Hofinger. Nach der umfassenden Diskussion im Ausschuss werden diese drei Petitionen nun zur Weiterbehandlung dem Landwirtschaftsausschuss zugewiesen.

Eßl: Es geht um den Erhalt der traditionellen Berglandwirtschaft

Jährlich werden über 100.000 Rinder, 35.000 Schafe und Ziegen, 5.000 Pferde sowie sonstige Nutztiere auf Salzburgs Weiden gehalten. Mit der Ausbreitung der Wölfe ist die traditionelle Bergland- und Weidewirtschaft, insbesondere die Almwirtschaft in Salzburg in Gefahr, zumal ein flächendeckender Schutz vor Wölfen aufgrund der geografischen und topografischen Gegebenheiten wirtschaftlich nicht möglich ist, fordert Nationalrat Eßl in seiner gemeinsam mit dem Landesverband für Schafe und Ziegen und dem Rinderzuchtverband Salzburg eingebrachten Petition eine Abänderung der FFH-Richtlinie. Ein Ende der Weidewirtschaft hat auch grundlegende Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion, aber auch auf unsere Kulturlandschaft und den Tourismus, gibt der Abgeordnete zu bedenken. Europaweit sei der Erhaltungszustand des Wolfes faktisch gegeben, sodass wolfsfreie Zonen im alpinen Raum durchaus gerechtfertigt sind.


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