Wolfsriss nahe Hof: Seitinger fordert Konsequenzen

Nach dem Riss eines Mutterschafes direkt an dem Betrieb eines Landwirtes im Bezirk Leoben fordert Landesrat Johann Seitinger Konsequenzen: "Dieser Zwischenfall ist ein klarer Beweis dafür, dass Wölfe auch vor Haus und Hof nicht Halt machen. Es ist an der Zeit, Konsequenzen zu ziehen!"

Vergangenen Sonntagvormittag wurde ein Landwirt aus dem Bezirk Leoben durch die verzweifelten Laute seiner Schafe aufgeschreckt, weil keine 100 Meter vom Hof entfernt ein Wolf ein Mutterschaf riss. Als das Raubtier den Bauern wahrnahm, flüchtete es in den Wald, erläutert  Seitinger das Geschehene in einer Aussendung.

"Vor allem die Almbauern sind stark verunsichert und immer mehr von ihnen weigern sich, ihre wertvollen Zuchttiere auf die Almen zu treiben. Seitinger mahnt, dass die Situation auch im Kontext einer künftigen Almbewirtschaftung dramatische Folgen habe. Gerade auf Almen, die höchst erosionsgefährdet seien und wo die Lawinenbedrohung zunehme, sei die Bewirtschaftung von existenzieller Bedeutung und von hoher volkswirtschaftlicher Notwendigkeit.

Die Alternative wären teure Lawinenverbauungen zum Schutz der Lebens- und Siedlungsräume. Die von Tierschutzorganisationen eingebrachten Vorschläge der Einzäunung von Almen hingegen seien in Berg- und Gebirgsgebieten ebenso unmöglich wie eine dauerhafte Bewachung durch Hirten, zeigt der Landesrat auf.

Naturschutzabteilung im Land muss endlich einlenken

"Als Vater von Kleinkindern ist meine Sorge durch diesen Wolfsriss in unmittelbarer Nähe zum bewohnten Gebiet extrem gestiegen, erklärt Nationalratsabgeordneter Andreas Kühberger. Es kann nicht sein, dass der Naturschutz Forderungen an die Agrarvertretung stellt, aber im Hintergrund bei längst notwendigen Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Tier weder politisch mitziehen noch bezahlen will. Wölfe haben ihre Scheu vor dem Menschen verloren, vermehren sich stark und richten zunehmend massive Schäden an. Wir sind uns einig, dass zukünftig Problemwölfe auf Basis eines bundesweiten Managementplans entnommen werden müssen. Ich ersuche Naturschutz-Landesrat Anton Lang hier einzulenken und mit uns gemeinsam an einem Strang zu ziehen, appelliert  Kühberger, der sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht hat.