Wolf

Zahlreiche Wolfnachweise in Tirol

In mehreren Bezirken Tirols wurde seit Mai der Wolf bei Schaf- und Wildrissen nachgewiesen. Eine genaue Genotypisierung soll nun zeigen, um welche Individuen es sich handelt.

Im Tiroler Ötztal, Wipptal, Zillertal, Außerfern und dem Obersten Gericht sowie im Bezirk Landeck, usw.: In zahlreichen Regionen Tirols wurden Wölfe nachgewiesen. (Bildquelle: pixabay.com/Pexels)

Eine Reihe von Nachweisen eines Wolfs brachten die genetischen Analysen von Proben aus dem Tiroler Ötztal, Wipptal, Zillertal, Außerfern und dem Obersten Gericht, die im Zeitraum von zehn Tagen zwischen 15. Mai und 27. Mai genommen wurden. Um wie viele verschiedene Individuen es sich dabei handelt, wird erst nach Vorliegen der Genotypisierung feststehen. Alle DNA-Nachweise haben ein Tier aus der italienischen Population ergeben. Dies teilte die Landesregierung diese Woche mit.

Auch ein Schweizer Wolf in Österreich unterwegs

In Summe neun der am 21. und am 26. Mai tot aufgefundenen Schafe im Gemeindegebiet von Umhausen sind einem Wolf aus der italienischen Population zuzuordnen. Am 28. und 30. Mai wurden hier drei weitere tote Schafe amtstierärztlich untersucht und der Verdacht auf einen Wolf als Verursacher ausgesprochen. Kein Zusammenhang mit den Rissen in Umhausen dürfte mit dem in der Schweiz mit einem Peilsender versehenen Wolf bestehen. Dieser hatte sich zwischen 27. Mai und 2. Juni in den südlichen Gebieten der Bezirke Landeck und Imst aufgehalten. Auch ein nachweislich von einem Wolf genutztes Rotwild im Gemeindegebiet von Pfunds Mitte Mai ist nicht diesem Tier zuzuordnen. Nicht auszuschließen ist ein Zusammenhang mit dem besenderten Wolf mit Schafsrissen am 31. Mai in Sölden und am 2. Juni in Längenfeld, bei denen laut der amtstierärztlichen Beurteilung von einem Wolf als Verursacher auszugehen ist. Die Ergebnisse stehen in diesen Fällen noch aus.

Nachdem die genetische Untersuchung von einem tot aufgefundenen Reh sowie der im Nahbereich eines toten Schafes gefundenen Losung im Gemeindegebiet von Hart im Zillertal keinen Nachweis eines Wolfs erbrachte, wurde bei dem Mitte Mai untersuchten toten Schaf im Gemeindegebiet von Hart nunmehr die DNA eines Wolfs extrahiert. Noch keine Ergebnisse liegen für die Proben von zwei toten Schafen in der Gemeinde Fügenberg und einem weiteren im Gemeindegebiet von Rohrberg vor.

Auf einen Wolf aus der italienischen Population geht der Riss an jeweils einem Schaf in Trins und in Schmirn zurück. Im Gemeindegebiet von Schmirn wurde auch bei einem toten Reh die DNA eines Wolfs nachgewiesen. Ebenfalls auf einen Wolf geht ein Riss an einem Schaf in der Gemeinde Pfafflar (Bezirk Reutte) zurück. Im Gemeindegebiet von Haiming wurde aktuell ein Wolf von einer Wildkamera fotografiert.

Konkreter Wolfsverdacht bei mindestens elf toten Schafen in Serfaus

Elf tote Schafe wurden gestern, Dienstag, auf der Lader Heuberg-Alm im Gemeindegebiet von Serfaus (Bezirk Landeck) aufgefunden und umgehend vom örtlich zuständigen Amtstierarzt begutachtet. Möglicherweise gibt es noch weitere tote Schafe. Aufgrund der Anzahl der getöteten Tiere und des Rissbildes besteht der konkrete Verdacht auf einen Wolf als Verursacher, teilt das Land Tirol mit.

Bereits im vergangenen Jahr war ein weiblicher Wolf aus der italienischen Population mit der Bezeichnung 70FATK für tote und verschwundene Schafe am Sonnenplateau und in den Gemeinden Spiss, Pfunds und See verantwortlich. Die Wölfin wurde zuletzt im August 2020 nachgewiesen. Ob für die Risse am Lader Heuberg genau dieses Tier verantwortlich ist, muss durch eine genetische Untersuchung und die Genotypisierung zur Bestimmung des Individuums geklärt werden. Noch liegen hierzu keine Informationen vor.

Alle Schafe von der Serfauser Kerb-Alpe abgetrieben

Als Folge der letztjährigen Risse auf der Serfauser Kerb-Alpe wurden dort die Schafe vorzeitig abgetrieben. Heuer wurden auf diese Alm keine Schafe mehr aufgetrieben. Herdenschutz ist dort nicht umsetzbar. Auf der Lader Heuberg-Alm wurde in der heurigen Saison mit Unterstützung des Landes ein Pilotprojekt mit gelenkter Weideführung zur gezielten Beweidung unterschiedlicher Sektoren als vorbereitende Maßnahme für Herdenschutz gestartet.

Die 560 ha große, gemischte Alm mit rund 120 Rindern und etwa 500 Schafen aus 25 Herkunftsbetrieben, darunter auch Serfauser Betriebe, deren Tiere bisher auf der Kerb-Alpe weideten, wird von zwei Hirten betreut. Aufgrund der aktuellen Vorkommnisse werden die Elemente für den Herdenschutz nunmehr verstärkt und die Schafe am Abend zukünftig in den bereits errichteten wolfsabweisenden Nachtpferch getrieben.


Mehr zu dem Thema