Knapp 200 Tiroler Milchbauern wechseln nach Südtirol

Autor: Torsten Altmann

Sterzing

Paukenschlag in der Tiroler Milchbranche: 195 Bauern des Nordtiroler Wipp- und Stubaitales wollen die zur Berglandmilchgruppe gehörende Molkerei Tirol Milch verlassen und ab April 2014 den Milchhof Sterzing in Südtirol beliefern. Dies kündigten die Verantwortlichen heute laut APA bei einer Pressekonferenz an.

Der Sprecher der Milchbauern, der frühere Tiroler Agrarreferent Anton Steixner, begründete den beabsichtigten Wechsel mit höheren Erzeugerpreisen in Südtirol und mit den kürzeren Transportwegen. Die Bauern, die eine eigene Liefergenossenschaft gründen werden, beteiligen sich mit rund 8,4 Mio. kg Rohmilch an der Genossenschaft Sterzing, die insgesamt 51,5 Mio. kg Milch verarbeitet, offensiv Rohstoff zukauft und 140 Mitarbeiter beschäftigt.

Rund 12 Cent mehr pro Liter

Die Südtiroler hätten laut Steixner beim Milchpreis immer versucht, stabil zu bleiben, während in Österreich ein Milchpreis bezahlt werde, mit dem die Bergbauern auf Dauer nicht überleben könnten. Der Milchhof Sterzing bezahle um rund zwölf Cent pro Liter mehr als die Berglandmilch, heißt es bei ORF online. Diese entrichte derzeit 40,6 Cent für einen Liter Milch an ihre 4.100 Lieferanten in Tirol. Zudem spreche auch der Transportweg von 15 bis 40 Kilometer für diese Lösung.

Der Obmann der Tirol Milch, Stefan Lindner, bedauert den Wechsel der Milchbauern, "obwohl es sich nur um 3% der gesamten von unseren Mitgliedern erzeugten Milch handelt ", so Lindner gegenüber dem ORF. Für ihn persönlich stelle der Wechsel nach Sterzing "keine Tiroler Alternative dar ", weil die Wertschöpfung nicht mehr im Land bleibe. Zudem handle es sich dabei um ein Minderheiten-Programm einiger Bauern, sagte Lindner. Zu hinterfragen sei weiters, ob unter dem Strich tatsächlich der erwartete Mehrerlös beim Milchpreis lukriert werde.

Schlagworte

Tiroler, Südtirol, Milchbauern, Sterzing, Tirol, Lindner, Milchhof, Liter, Wechsel, Stubaitales

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