Das gehört zur sanften Geburt Premium

(Bildquelle: topagrar.at)

Zeit, Ruhe, ausreichend Platz und eine gewohnte Umgebung: Das sind die wichtigsten Zutaten für eine problemlose Geburt bei unseren Rindern. Wie können Landwirte dies umsetzen?

Zeit, Ruhe und ausreichend Platz: Diese Voraussetzungen finden Tiere in der freien Wildbahn vor – folglich ist Geburtshilfe durch uns Menschen hier nicht vorgesehen. In der modernen Stallhaltung muss es darum gehen, diese optimalen Bedingungen soweit als möglich zu schaffen.

Geburt dauert bis zu 6 Stunden:

Kom-men wir zur ersten wichtigen Voraussetzung für eine sanfte Geburt: Genügend Zeit. Die Geburt beginnt mit den Vorwehen, die dazu führen, dass die Gebärmutter sich zusammen zieht und das Kalb in Richtung Muttermund drückt. Äußerlich sind in dieser Phase meist nur Unruhe des Muttertieres, das Einbrechen der Beckenbänder und das Einschießen der Milch zu bemerken. Wird bei Kühen vor der Geburt die Temperatur kontrolliert, so sehen wir einen Rückgang der inneren Körpertemperatur um nahezu 1 °C.

Betrachten wir den gesamten Geburtsprozess, so ist das erste sichere Zeichen das Platzen der Wasserblase. Spätestens 2 Stunden später müssen die Klauenspitzen in der Schamspalte erscheinen. Ist dies nicht der Fall, so ist nach gründlicher Reinigung die Lage des Kalbes und die Öffnung des Muttermundes zu kontrollieren.

Bis zur vollständigen Geburt des Kalbes können somit bei Kühen 3 bis 4 Stunden vergehen. Bei Kalbinnen ist mitunter eine Wehendauer von bis zu 6 Stunden möglich, ohne dass es zu einer Schädigung des Kalbes kommt.

So viel Ruhe wie möglich:

In freier Wildbahn entfernen sich Rinder zur Geburt von ihren Artgenossen und suchen einen ruhigen, geschützten Platz auf. Solange das Kalb noch nicht fest im knöchernen Becken steckt, kommt es zu einer Entspannung der Gebärmutter, die Wehen werden eingestellt und das Kalb rutscht nach unten. Das Muttertier kann somit flüchten und den Schutz der Herde aufsuchen.

Für unserere moderne Rinderhaltung können wir daraus zwei Schlüsse ziehen. Zum einen ist es wichtig, den Tieren während der Geburt Ruhe zu gönnen. Permanente Kontrollgänge, zu frühes Eingreifen führen zum Unterbrechen der natürlichen Geburt. Die Aufweitung von Muttermund und Scheidengewebe, sowie der gleichmäßige Druck der Wasser- und Fruchtblase bleiben aus. Idealerweise erfolgt die Kontrolle maximal halbstündig oder noch besser über Kamerasysteme.

Zum anderen können wir uns in...

Weiterlesen mit PREMIUM
Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Artikel geschrieben von

top agrar Österreich

Schreiben Sie top agrar Österreich eine Nachricht

Verschärfte Tierhaltungsvorgaben bei Bio

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen