Dem Täter auf der Spur Plus

Welche Faktoren beeinflussen das Auftreten von Schwanzbeißen? Die Ergebnisse einer Uni-Studie zeigen, dass nicht nur die Beschäftigung eine Rolle spielt.

Egal ob konventionell oder biologisch – Schwanzbeißen tritt über alle Haltungsformen auf. Doch welche Faktoren fördern die Entstehung von Schwanzbeißen im Detail? Das untersuchte die Universität Gießen (siehe dazu Kasten auf Seite 51).

Vielzahl an Faktoren

Die Ergebnisse zeigen, dass der Haltungsdurchgang das Schwanzbeißen am deutlichsten beeinflusst. Unterschiede gab es auch zwischen Jungsauen- und Altsauen-Nachkommen. Absetzferkel, die im Wurfverband aufgezogen wurden, zeigten weniger Schwanzbeißen als gemischte Partien. Eine umfangreiche Übersicht aller Faktoren, die Schwanzbeißen beeinflussen können, finden Sie auf Seite 52.

Bislang ist es noch nicht gelungen, das Auftreten sicher zu verhindern. Wenn es nicht den entscheidenden Faktor bei der Entstehung von Schwanzbeißen gibt, dann muss die Ursache woanders gesucht werden.

Ein erstes Problem ist, die Teil- und Totalverluste des Schwanzes zu beurteilen. Die Schwanzverluste in den Untersuchungen der Universität Gießen wurden nach einem einheitlichen Befundschlüssel erfasst, meist im wöchentlichen Abstand.

Dazu haben die Mitarbeiter dieselben Tiere bonitiert. Der Totalverlust des Schwanzes bei Langschwanz-Ferkeln war eindeutig definiert: Es war der gesamte Schwanz „abgeknabbert“.

Teilverluste sind demgegenüber nicht immer zweifelsfrei zu erkennen. Die Schwanzlänge kann variieren und Verletzungen können wieder verheilen. Ein Tier mit einem Teilverlust kann später jedoch nicht wieder zu einem Tier „ohne Schwanzverlust“ werden. Denn die Verletzung ging dem Teilverlust des Schwanzes voraus. Es ist daher wichtig, Teil- und Totalverluste zu dokumentieren, um das tatsächliche Ausmaß des Problems zu erkennen.

Oft werden nur Totalverluste registriert. In Schweden, wo die Schwänze nicht kupiert werden dürfen, besitzen bei der Schlachtung nach offiziellen Angaben nur 1 bis 3% der Mastschweine Verletzungen des Schwanzes. Allerdings gilt in Schweden ein Schwanz nur dann als verletzt, wenn mindestens die Hälfte fehlt oder offene Wunden vorhanden sind. Teilverluste gehen demnach nicht in die Statistik ein.

Laut einer schwedischen Untersuchung soll die Quote von Schwanzverletzungen mit 7% höher liegen als offiziell angegeben wurde.

Nur die Totalverluste zu registrieren, ist somit nicht repräsentativ für die...

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