Geben Sie Ferkeln einen guten Start Premium

(Bildquelle: topagrar.at)

Wie bereite ich die Sau auf die Geburt vor? Wann muss ich bei der Geburt helfend eingreifen? Diese und weitere Fragen beantwortet Tierarzt Alexander Oppeneder.

Die Ferkelgeburt ist für Schweinebauern ein ganz besonderer Moment. Schon vor dem Abferkeltermin sind sie gespannt, hoffen, dass alles gut geht und viele gesunde Ferkel das Licht der Welt erblicken. Allerdings können immer wieder Probleme auftreten. Dann sind Sie als Hebamme im Abferkelstall gefragt.

Die nötigen Vorkehrungen zum richtigen Zeitpunkt verringern Komplikationen rund um die Geburt. Dadurch können Sie auch bedarfs- und zeitgerecht in den Geburtsvorgang eingreifen. Eine gute Vorbereitung auf die Geburt ist daher der Grundstein für vitale Ferkel, eine gesunde Sau und somit den betrieblichen Erfolg.

Waschen und desinfizieren Sie die Abferkelbucht rechtzeitig vor dem Einstallen der hochträchtigen Sau. Achten Sie darauf, dass die Bucht gut getrocknet ist. Durch das Trocknen sterben zusätzlich noch viele Viren ab.

Lassen Sie abgestandenes Wasser aus den Leitungen ab. Drücken Sie dazu die Tränkenippel 20 bis 30 Sekunden. Überprüfen Sie dabei gleichzeitig die Durchflussrate. Bei Sauen sollte sie bei 2 bis 4 l/min liegen. Bei Saugferkel reichen 0,3 l/min.

Die Temperatur im Abferkelstall sollte ca. 21° C betragen. Heizen Sie das Ferkelnest mit einer Wärmelampe auf mind. 35° C auf. Eine Wärmeplatte allein reicht in den ersten Lebenstagen oft nicht aus. Das heißt, Sie müssen diese zusätzlich mit einer Wärmelampe mitheizen. Die Temperatur der Wärmeplatte sollte bei ca. 38° C liegen.

Damit sich die Sau an die neue Umgebung gewöhnen kann, sollten Sie diese vier bis sieben Tage vor der Geburt in die Abferkelbucht umstallen. Vor dem Einstallen sollten Sie die hochträchtigen Sauen duschen, wenn nötig mithilfe von Schmierseife oder hautverträglichen Reinigungsmitteln.

Wenn Sie die Sauen nicht auf Bestandsbasis entwurmen, dann sollten Sie diese zwei bis drei Wochen vor der Geburt entwurmen. Schenken Sie den Jungsauen ein besonderes Augenmerk. Für sie ist die Umgebung mit Einzelhaltung und womöglich auch das Tränkesystem neu.

Für einen reibungslosen Ablauf der Geburt spielt auch die Kotkonsistenz eine wichtige Rolle. Zu harter Kot ist ein Signal für eine zu geringe Darm-peristaltik und kann in den ersten Tagen zu MMA und somit Milchmangel führen. Über ein Geburtsvorbereitungsfutter oder durch Zugabe einzelner Futterkomponenten wie Leinsamen oder ungeschroteten Weizen können Sie die Kotkonsistenz positiv beeinflussen.

Laut 1. Tierhaltungsverordnung müssen Sauen sowie deren Saugferkel ständigen Zugang zu ausreichenden Mengen an organischen Materialien haben, die sie bekauen, untersuchen und...

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