Globuli statt Antibiotika Premium

Weniger Antibiotika, keine Wartezeiten, ruhigere Geburten. Das sind nur einige Gründe, warum Schweinebauern Homöopathie einsetzen. Drei Praktiker berichten über ihre Erfahrungen.

In meinem Mastschweinestall habe ich seit dem Bau 2015 noch nie Antibiotika einsetzen müssen“, erzählt Johannes Lembacher aus Maissau (NÖ). Er setzt komplett auf Homöopathie. Angemerkt sei vorab: Viele Wissenschafter zweifeln die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln nach wie vor an. Doch für Lembacher und die zwei weiteren von uns befragen Landwirte sind Globuli & Co. unverzichtbar für die Tiergesundheit.

Damit konnte er bisher viele Krankheiten rechtzeitig abfangen bzw. behandeln. Er verwendet dazu flüssige Arzneien, so genannte Dilutionen. „Wenn ich merke, dass einige Schweine husten oder Durchfall haben, dann erhalten alle Schweine über das Trinkwasser eine Mischung aus mehreren Mitteln. So erwische ich die Krankheit meist besser als nur mit einem Wirkstoff“, erklärt er. Insgesamt braucht er dazu pro Krankheitstag rund 100ml homöopathische Lösung für 600 Mastschweine.

Auf den Rüssel gesprüht

„Hustet nur ein Tier, dann behandle ich es einzeln. Ich sprühe dann mit einer Sprühflasche auf dessen Rüssel“, so Lembacher. Er erzählt, dass kranke Schweine auch von selbst zu ihm kommen, um sich ansprühen zu lassen. „Die Grundvoraussetzung für den Erfolg mit der Homöopathie ist aber, die Tiere genau zu beobachten“, erklärt er weiter.

Dieses Jahr probierte Lembacher zusätzlich eine neue Art der Homöopathie aus. Er nahm bei an Durchfall erkrankten Schweinen Stuhlproben und lies Autonosoden herstellen. Das sind aus den eigenen Abwehrstoffen erzeugte Arzneimittel. Durch diese können die Krankheiten zielgerichtet behandelt werden. Gekostet hat ihn dies einmalig rund 100€.

Der Vorteil der Homöopathie liegt für Lembacher in der einfachen Anwendung: „Bei Homöopathie gibt es keine Grenzen. Ich brauche keine Spritze, die Tiere haben weniger Stress und ich muss keine Wartezeiten einhalten“, erklärt er. Schade findet er allerdings, dass sein Einsatz vom Konsumenten nicht honoriert wird. Immerhin kosten ihn die homöopathischen Mittel 6 bis 10 € am Tag für 600 Tiere. „Es gäbe sicher Vermarktungsmöglichkeiten für Fleisch, das ohne Antibiotika erzeugt wurde“, erklärt er.

Neben der Homöopathie setzt Lembacher auch...

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