Jetzt die Liquidität richtig planen Premium

(Bildquelle: topagrar.at)

Für viele heimische Schweinehalter gilt es jetzt, Ihre Liquidität aufrecht zu erhalten. Ein Plan hilft dabei. Unternehmensberater Reinhard Würger erklärt, worauf es dabei ankommt und wie Sie Ihre Liquidität stabilisieren.

Überzogene Bankkonten und laufende Kredite belasten die heimischen Schweinebauern immer mehr. Zwar haben die Schweinepreise zuletzt etwas angezogen. Dennoch sind wir von einer stabilen Martklage weit entfernt. Obwohl die Landwirte versuchen, ihre Produktion so effizient wie möglich zu gestalten, können sie ihre Liquidität kaum aufrecht erhalten.

So geht es auch Andreas Hofer (*Name von der Redaktion geändert) aus dem Burgenland, der jährlich rund 1 500 Schweine mästet. Bisher hat er versucht, die Liquidität durch das Schieben von Lieferantenzahlungen zu verbessern.

Jedoch ist der Girorahmen bereits überzogen und kann nicht mehr ausgeweitet werden. Dazu kommen bestehende Kredite für den Stallbau vor acht Jahren. Diese kann Hofer aufgrund der gefallenen Verkaufspreise für Mastschweine nicht mehr zur Gänze bedienen. „Ich möchte die Schweinemast nicht aufgeben. Ich muss aber auch die Chance haben, diese schweren Zeiten durchzustehen und den Betrieb für die Nachfolge fit zu machen“, erklärt Hofer.

Die Ferkel kauft er zur Gänze aus der Region. Zudem bewirtschaftet er 40 ha, davon sind rund 25 ha gepachtet. Die jährliche Pacht beträgt 10 000 €.

Dass gerade in schwierigen Zeiten ein aktives Management der Liquidität überlebensnotwendig ist, zeigt das Beispiel Hofer ganz klar. Das Mittel dazu ist die systematische Liquiditätssteuerung, die Geldzu- und -abflüsse im Betrieb zeitlich transparent und planbar macht. Darüber hinaus wird aus der Liquiditätsplanung ersichtlich, ob zur Deckung von Liquiditätsengpässen neue Kredite oder die Aufstockung eines Girorahmens erforderlich sind (siehe Übersicht Seite 42).

Rechtzeitig zur Bank gehen:

In unserem Musterbetrieb stellte sich heraus, dass der Stall zu kurz finanziert war. Gespräche mit der Bank müssen daher rechtzeitig geführt werden. Keinen guten Eindruck hinterlässt man, wenn das Gespräch so lange hinausgezögert wird, bis alle Konten heillos überzogen sind. Dann besteht die Gefahr, dass die Bank keine Liquidität mehr zur Verfügung stellt.

Laufende ungeordnete Überziehungen ohne einen Plan, wie diese wieder in den Griff zu bekommen sind, festigen bei der Bank den Eindruck, dass die Betriebsführung zu wenig geordnet ist. Das verstärkt die Unsicherheit über die Zukunft des Betriebes. Gerade in schwierigen Zeiten sollten Landwirte einen derartigen Eindruck vermeiden.

Daher ist die Transparenz und die Planung der Geldflüsse ein taugliches...

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