Ohne Weide geht’s nimmer Premium

Die EU-Kommission akzeptiert Österreichs Ausnahmen bei Bio nicht mehr. Unter anderem ist die Weidehaltung ab 2020 ein absolutes Muss. Noch bis 16. Dezember kann man in die freiwillige ÖPUL-Maßnahme „Tierschutz-Weide“ einsteigen.

Schlechte Nachricht für viehhaltende Biobetriebe aus Brüssel: Mit 1. Jänner 2020 kommt es für alle Tierhalter zu einschneidenden Verschärfungen.

Kurzer Rückblick: Im Juni 2017 hat die EU-Kommission die österreichische Biolandwirtschaft kontrolliert und mehrere Punkte als EU-rechtswidrig kritisiert. 2018 behielt Brüssel bereits 1,75 Mio. € an Bio-Fördergeld ein. Für 2019 drohte Österreich ein Mehrfaches davon als Strafe, sofern man die Ausnahmen nicht sofort abstellt.

Die meisten der von Brüssel angeregten „Empfehlungen“ konnten zwar abgearbeitet werden. Anfang September langte aber ein erneutes Ersuchen um Auskunfts der Generaldirektion Landwirtschaft ein. Von den ursprünglich zehn von der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit angesprochene Problemthemen waren noch folgende Kritikpunkte offen:

  • Generelle Möglichkeit von Eingriffen bei den Tieren (insbesonders: Enthornen, Schwanzkupieren und Zahnaus-schleifen beim Schwein).
  • Allgemeine Genehmigung einer dauerhaften Haltung von Tieren in Innenanlagen (vor allem: Ausnahmeregel vom Anbindeverbot bis 35 GVE; Ausnahme von der Weideauflage bei Straßen- oder Gleisnähe bzw. bei Entfernungen zur Weide von über 200 m).
  • Generelle Möglichkeit einer vollständigen Überdachung bei Auslaufflächen
  • Fehlende Kontrollen der Filialen von Supermarktketten.

Brüssel zeigt sich hart

Auch wenn die EU-Prüfer manches bis dato nicht kritisiert oder vielleicht nicht so kritisch gesehen haben, war Österreich von der Schärfe der Kritik und der daraus drohenden Konsequenzen überrascht.

Die nationalen Verwaltungsbehörden können jetzt nicht mehr darauf hoffen, dass die EU-Kommission den österreichischen Sonderweg akzeptiert. Der...

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