Regionalität für 70 Cent/kg Premium

(Bildquelle: topagrar.at)

56 Bauern im Bezirk Tamsweg versorgen ihre Milchkühe ausschließlich mit regionalem Futter für eine Spezialmilchlinie. Das senkt zwar die Milchleistung, bringt aber einen Milchpreis von 70 Cent/kg.

Mit dem auskommen, was mein Betrieb an Futter und Dünger hergibt, war immer schon mein Anspruch. Da kam die Reine Lungau gerade recht“, erklärt Manfred Bogensperger. Der Milchbauer aus Mariapfarr produziert seit 2017 mit 55 Berufskollegen diese Sonderlinie der Salzburg Milch.

Der feine Unterschied:

Wer die Produkte erwirbt, kauft grundsätzlich Bio-Produkte aus dem Biosphärenpark Lungau. Als Teil der Salzburg Milch-Familie gelten zusätzlich deren spezielle Vorgaben zur Tiergesundheit (siehe Kasten). Einen feinen Unterschied gibt es aber: Das Futter. Gefüttert werden darf nur Grundfutter und Getreide direkt aus dem Lungau. Ackerflächen sind rar und die Vegetation lässt auf über 1 000 m durchschnittlich nur zwei bis drei Schnitte zu. Damit müssen die Bauern und ihre Kühe auskommen.

„Ich war anfangs skeptisch, ob dass für meinen reinen Grünlandbetrieb funktionieren würde“, gibt Hermann Mauser, ebenfalls Projektbauer, offen zu. Weniger Getreideanteil bedeutet weniger Eiweißgehalt im Futter. Die Folge ist eine geringere aber regional erwirtschaftete Milchleistung. Während Bogensperger und Mauser vor dem Umstieg auf die Reine Lungau eine Milchleistung von durchschnittlich 7,1 t pro Kuh erzielt haben, liegt sie aktuell bei 6,5 t jährlich.

Futtersituation in der Praxis:

Ohne eigene Ackerflächen steht beim 31-jährigen Mauser das Grundfutter im Fokus. Seine Devise: „Wenn ich den Eiweißanteil im Grundfutter verbessere und den Ertrag optimiere, brauchen meine Kühe kaum Kraftfutter.“ Er feilte an den optimalen Schnittzeitpunkten und nutzt seither vermehrt abgestuften Wiesenanbau. Mit seinem Dünger geht er sorgsam um. Jauche und Kompost verwendet er für Flächen mit Ertragspotential im Tal. Für andere Standorte fehlt ihm schlichtweg der Dünger.

Was der Mauterndorfer noch an Kraftfutter benötigt, muss er aus dem Lungau zukaufen. Gefüttert wird dann individuell. „Für die gleiche Milchleistung braucht jede Kuh unterschiedliche Getreidemengen“, erzählt der Familienvater. Beim Zukauf arbeiten die Projektbauern eng zusammen, nach dem Leitsatz: Wem fehlt noch Getreide und wer ...

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