24 Mio. € Mehrwert für Heumilchbauern

Der Absatz von Heumilch ist vergangenes Jahr um 7% gestiegen und damit stärker als der Gesamtmarkt. Das war eine der Kernaussagen bei der Pressekonferenz der ARGE Heumilch in Wien. Heuer soll diese Entwicklung weiter vorangetrieben werden. Besonderes Augenmerk legt die ARGE dabei auf die Kuhwohl-Initiative, die im März startet.

Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch, (links) und Marketing-Koordinator Andreas Geisler freuen sich über den wachsenden Absatz von Heumilchprodukten. (Bildquelle: ARGE Heumilch )

Im abgelaufenen Jahr wurden in Österreich 480 Millionen Kilogramm Heumilch verarbeitet. Das erklärte Karl Neuhofer, Obmann der ARGE Heumilch, bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Heumilch ist zu 100 Prozent in der Vermarktung. Der Heumilchzuschlag betrug fünf Cent je Kilogramm. „Damit konnte für unsere Bauern ein Mehrwert von 24 Millionen Euro geschaffen werden“, bilanzierte Neuhofer. Der Absatz von Heumilch stieg im österreichischen Lebensmittelhandel im Vorjahr um sieben Prozent auf rund 45.000 Tonnen, der Umsatz um 8,7 Prozent auf rund 125 Millionen Euro. Damit liegt die Heumilch deutlich über dem Gesamtmarkt, der beim Absatz 0,7 Prozent, beim Umsatz 3,3 Prozent dazugewinnen konnte.

Im März startet die Heumilch-Kuhwohl-Initiative

Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Thema Tierwohl. Bei der sogenannten „Heumilch-Kuhwohl-Initiative“ rückt die ARGE Heumilch in den Mittelpunkt, welch tierfreundliche Maßnahmen die Heumilchbauern tagtäglich für ihre Tiere durchführen. Koordinator Andreas Geisler: „Ein wesentlicher Eckpfeiler ist die artgerechte Fütterung. Heumilchkühe bekommen frische Gräser und Kräuter im Sommer sowie Heu im Winter. Als Ergänzung erhalten sie mineralstoffreichen Getreideschrot, der aus Europa stammen muss und kontrolliert gentechnikfrei ist. Vergorene Futtermittel sind strengstens verboten.“

Außerdem ist eine dauernde Anbindehaltung untersagt. Laufställe, Auslauf und Weide sorgen für ausreichend Bewegung der Tiere – und das mindestens 120 Tage im Jahr. Auch wird dafür gesorgt, dass jede Heumilchkuh im Stall über ihren eigenen Liegeplatz verfügt. „Das ist wichtig, da Kühe im Durchschnitt 12 bis 14 Stunden täglich ruhen und dabei wiederkäuen“, erläutert Geisler.

Ein weiterer Vorteil sind die kleinen Bestände. „Heumilchbauern können ganz besonders auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kühe eingehen – dazu zählt auch die Förderung der Tiergesundheit“, betont Geisler. Alle Heumilchbauern sind Mitglied beim Tiergesundheitsdienst. Mit professioneller Beratung durch den Tierarzt wird bei regelmäßigen Kontrollen vorbeugend das Wohlergehen der Heumilchkühe überprüft.

Bunter Reigen von Vermarktungsaktivitäten

Um die Konsumenten und Konsumentinnen auch 2018 von den Vorzügen der Heumilch zu überzeugen, hat die ARGE Heumilch wieder ein umfassendes Paket geschnürt. Die Bandbreite reicht von klassischen Maßnahmen in Print, Online, Social Media und TV über ein neues Kinderbuch und die Fibel „Heumilchkäse und seine Freunde“ bis zum bereits achten Rezeptheft. Andreas Geisler: „Erstmals präsentieren wir ein Rezeptheft mit kreativen Ideen für das Grillen mit Käse.“

Im deutschen Handel will die ARGE Heumilch unter anderem wieder mit Verkostungsalmen punkten. In ausgewählten Lebensmittelmärkten finden Almzauber-Kundenabende statt. Dort werden authentische, österreichische Almgerichte vor den Augen der Kunden zubereitet und können verkostet werden.

8000 Heumilch-Bauern erzeugen garantiert traditionelle Spezialität

Die ARGE Heumilch Österreich vereinigt ca. 8000 Heumilch-Bauern und rund 60 Verarbeiter und ist die Nummer 1 bei der Erzeugung und Vermarktung von Heumilch. Weltweit einzigartig: Die Mitglieder der ARGE arbeiten nach einem strengen Regulativ, dessen Einhaltung von unabhängigen, staatlich zertifizierten Stellen kontrolliert wird. Nur Produkte mit dem Heumilch-Logo erfüllen diese sehr strengen Bestimmungen. Die besondere Wirtschaftsweise wurde mit dem EU-Gütesiegel g.t.S. – garantiert traditionelle Spezialität – ausgezeichnet. Heumilch g.t.S. steht für einen besonderen Schutz für noch mehr Qualität und Unverfälschtheit. Im Februar 2017 brachte die ARGE Heumilch den Antrag für Schaf- und Ziegenheumilch g.t.S. bei der Europäischen Union ein.

15% Heumilch in Österreich

Bei der Heuwirtschaft handelt es sich um die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. An den Lauf der Jahreszeiten angepasst, verbringen Heumilchkühe jeden Sommer auf heimischen Wiesen, Weiden und Almen, wo eine Vielzahl an saftigen Gräsern und Kräutern wächst. Im Winter werden die Tiere mit Heu versorgt. Als Ergänzung erhalten sie mineralstoffreichen Getreideschrot. Gärfutter wie Silage ist strengstens verboten. Sämtliche Produkte werden kontrolliert gentechnikfrei hergestellt.

Hauptproduktionsgebiete der Heumilch sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich sowie die Steiermark. In Österreich liegt der Heumilchanteil an der Gesamtproduktion bei 15 Prozent, in Europa bei lediglich drei Prozent.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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