Rinderzucht Tirol

"Bei der Herkunftskennzeichnung endlich angasen"

"Nur eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf dem Teller ist ein wesentlicher Schlüssel dafür, um den Austausch der heimischen Produktion durch billige Importlebensmittel zu verhindern." Deshalb untermauerte Aufsichtsratsvorsitzender Kaspar Ehammer in der letzten Sitzung der Rinderzucht Tirol die Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auf dem Teller sowohl in der Gemeinschaftsverpflegung wie auch Gastronomie.

Rinderzucht Tirol

Für uns als Produzentenorganisation mit rund 6.500 Mitgliedsbetrieben in Österreich ist deshalb klar, dass nur eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf dem Teller ein wesentlicher Schlüssel dafür ist, um diese Entwicklung „Austausch der heimischen Produktion durch billige Importlebensmittel“ zu verhindern, meinen Vorstandsvorsitzender Christian Straif (l.) und Aufsichtsratsvorsitzender Kaspar Ehammer. (Bildquelle: Judith Reisigl/Rinderzucht Tirol)

Ehammer wünscht er sich auch mehr Tempo, sei diese Forderung doch ein wesentlicher Bestandteil für eine flächendeckende Bewirtschaftung des Berggebietes. Die Herkunftskennzeichnung würde den Konsumenten die faire Chance geben, sich für sein Produkt der Wahl zu entscheiden. Sie hätten damit die Möglichkeit zu entscheiden, ob man ein Wiener Schnitzel aus Holland oder aus Österreich möchte! Man könnte auswählen zwischen einem Lammkotelett aus Neuseeland oder Österreich. Das Lammfleisch aus Neuseeland musste fast 20.000 km transportiert werden! Der Konsument hätte auch die Möglichkeit, ein Rindssteak aus dem afrikanischen Botswana zu essen oder aus Österreich. „Alles eine Frage der Kennzeichnung, welche sowohl Konsumenten und Produzenten eine faire Chance bringt“, so Ehammer.

"Zwei Drittel des Kalbfleisches billiges Importfleisch"

Vorstandsvorsitzender Christian Straif zeigte am Beispiel Kalbfleisch die Entwicklung auf. In 10 Jahren sei ein Drittel der österreichischen Kalbfleischproduktion durch billiges Importkalbfleisch ausgetauscht worden. Zwei Drittel des österreichischen Kalbfleisches würden zu Billigpreisen importiert. Gerade Corona zeigte uns aber, wie wichtig eine Selbstversorgung von Lebensmitteln für die Bevölkerung ist. „Die heimische Landwirtschaft versorgt auch dann die heimische Bevölkerung mit Lebensmittel, wenn die Grenzen geschlossen sind“, so die nachdenklichen Worte von Christian Straif.

Mit der Herkunftskennzeichnung gebe man den Konsumenten die Möglichkeit, über die Versorgungssicherheit entscheiden zu können. Der Griff zum heimischen Produkt ist weiter ein wesentlicher Beitrag für die Umwelt und sichert die Bewirtschaftung der Kultur- und Erholungslandschaft durch unsere Bauern. So steht für beide - Kaspar Ehammer und Christian Straif - die Notwendigkeit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auf dem Teller außer Frage.