Berglandmilch

Beschluss für verpflichtende Vollmilch-Kälberfütterung

Die Tierschutzdiskussionen rund um das Kalb haben auch die Molkereien aufgeschreckt. Der Vorstand der genossenschaftlich geführten Berglandmilch, Österreichs größter Molkereigruppe mit rund 10.500 Lieferanten, fasste einen Grundsatzbeschluss zur Umsetzung einer Vollmilchfütterung der Kälber.

Milchviehbetriebe, die noch Milchaustauscher eingesetzen, will die Berglandmilch hin zu einer nachhaltigen Vollmilchfütterung beraten und unterstützen. (Bildquelle: top agrar)

Die Umsetzung einer verpflichtenden Vollmilchfütterung soll mit April 2021 erfolgen. Die Molkereiführung will in den anstehenden Mitgliederversammlungen sowie über die Molkerei-Informationsplattform "Emilk" und in der Mitgliederzeitschrift „Schärdinger/Tirol-Milch Bauer“ im Detail über die Umsetzung und über die entsprechenden Rahmenbedingungen und Übergangsfristen informieren. Dabei soll es auch Lösungen für eine Vollmilchpulverfütterung für automatisierte Systeme (welche aktuell mit Milchaustauscher auf Pulverbasis funktionieren) geben.

"Kein Befehl sondern richtige Antwort"

Laut Generaldirektor DI Josef Braunshofer gab es nur fünf Lieferanten, die sich bisher darüber näher erkundigt hätten. Nach den Gesprächen hätten diese den Beschluss auch positiv gesehen. Für den Molkerei-Frontmann war die Grundsatzentscheidung des Vorstandes, die er "nicht als Befehl sondern vielmehr als Angebot bzw. die richtige Antwort in der aktuell diskutierten Kälberthematik" sieht, auch notwendig. Denn es sei heutzutage wichtig, sich als Genossenschaft ständig den Herausforderungen des Marktes und der Gesellschaft zu stellen und sich demzufolge auch "autark für die Zukunft zu rüsten".

Berglandmilch-General Josef Braunshofer will beim Grundsatzbeschluss nicht von einem Befehl sprechen. Für ihn braucht die Milchwirtschaft vielmehr "die richtigen Antworten in der Kälberthematik". (Bildquelle: Werkbild/Berglandmilch)

Vollmilchpulver statt Analogprodukte

Damit könne die gesunde und natürliche Kälberfütterung sowie eine nachhaltige und erfolgreiche Milchproduktion samt Produktvermarktung abgesichert werden. Zudem können Analogprodukte - bei diesen wird das Milchfett durch Pflanzenfett ausgetauscht - vermieden werden. Milchviehbetrieben, die noch Milchaustauscher einsetzen, will die Berglandmilch hin zu einer nachhaltigen Vollmilchfütterung beraten und unterstützen. Etwa durch "Vollmilchpulver für die Tränkeautomaten vom 74%-igen Tochterwerk Alpi.

Braunshofer sieht damit auch den genossenschaftlichen Gedanken des nachhaltiges Wirtschaftens besser erfüllt: "Das Vollmilchpulver wird nicht bloß aus österreichischer Rohmilch hergestellt werden sondern vielmehr aus Milch von unseren Berglandmilch-Betrieben."


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