Bundesbäuerinnentag: Bäuerinnen feiern ihre Erfolge

1000 Bäuerinnen reisten vergangene Woche nach Alpbach in Tirol, um sich beim Bundesbäuerinnentag auszutauschen und neue Impulse für die Zukunft zu sammeln. Zudem wurden die aktuellen Ergebnisse der Bäuerinnenbefragung präsentiert und eine Charta für partnerschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Ein Highlight war das humorvolle Referat von Ingeborg Rauchberger zum Thema gut, besser, perfekt.

Zum Bundesbäuerinnentag 2017 kamen 1000 Bäuerinnen aus allen Bundesländern nach Alpbach in Tirol. Fotos: Kraml (Bildquelle: )

Mehr partnerschaftliche Zusammenarbeit. Das fordern die Bäuerinnen in einer Charta beim Bundesbäuerinnentag in Alpbach (Tirol). Die Charta richtet sich an die land- und forstwirtschaftliche Interessenvertretung und an die agrarischen Verbände. Sie alle sind Vorbilder für eine gleichwertige Beteiligung von Bäuerinnen und Bauern. Die Unterzeichner der Charta setzen sich aktiv für eine partnerschaftliche Gestaltung und Führung der agrarischen Organisationen und Institutionen ein, verweist Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann auf die zentralen Zielsetzungen der Charta. Beim Bundesbäuerinnentag setzt die Arge Bäuerinnen mit der Präsentation der Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung in der Land- und Forstwirtschaft und der feierlichen Unterzeichnung durch alle Präsidenten der Landwirtschaftskammern einen wichtigen Meilenstein für mehr Partnerschaft in der heimischen Land- und Forstwirtschaft. Schwarzmann: „Die Charta soll ein Motivationsschub für jene Frauen sein, die Verantwortung in politischen Organisationen und Ämtern übernehmen wollen.“

Die Charta für partnerschaftliche Zusammenarbeit unterzeichneten alle LK-Präsidenten und Landesbäuerinnen. Landwirtschaftminister Andrä Rupprechter und Familienministerin Sophie Karmarsin (5. und 6. von rechts) gratulierten.

Bäuerinnen-Befragung: Berufsbild der Bäuerin hat sich geändert

Neben der Charta für partnerschaftliche Interessenvertretung stand die neue Bäuerinnenbefragung im Mittelpunkt beim Bundesbäuerinnentag 2017. Die aktuelle Bäuerinnen-Befragung führt deutlich vor Augen, dass sich das Berufsbild der Bäuerin gewandelt hat und die Frauen in der Landwirtschaft zunehmend auf partnerschaftliche Betriebsführung setzen. Dabei werden 32% der Betriebe von Frauen geführt. Im öffentlichen Leben und agrarischen Organisationen und Gremien haben die Bäuerinnen bei der Besetzung von wichtigen Ämtern und Positionen noch einiges aufzuholen. Bäuerinnen erfüllen heute mehr denn je nicht nur ihre traditionelle Funktion, sondern zusätzlich auch Managementtätigkeiten. Die gute Ausbildung kommt den Bäuerinnen dabei zu gute. Rund ein Drittel der Bäuerinnen haben Matura oder einen Uni- oder Fachschulabschluss. Dieses geänderte Rollenbild der Frauen in der modernen Landwirtschaft stellt hohe Ansprüche an die Bäuerinnen als Betriebsleiterinnen und Partnerinnen in der Betriebsführung.

Die Förderung von Frauen ist Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter ein besonderes Anliegen und daher bietet das Lebensministerium gemeinsam mit dem LFI und der Arge Bäuerinnen das Bildungsprojekt ZAMm (Zukunftsorientierte agrarische Motivation) an. Durch ZAMm haben die Bäuerinnen die Möglichkeit, sich noch mehr im ländlichen Raum zu engagieren, ihre unternehmerischen Fähigkeiten auszubauen, um erfolgreich den eigenen Betrieb zu führen bzw. im eigenen Betrieb mitzuwirken. Die Absolventinnen des letzten LFI-Lehrganges Bäuerinnen zeigen Profil" erhielten heuer in Alpbach vom Minister das Abschluss-Zertifikat.

"Gut, besser, perfekt!?" lautet der Titel des Referates von Ingeborg Rauchberger. Die Unternehmensberaterin, Trainerin und Buchautorin präsentierte den Bäuerinnen viele nützliche Ratschläge, wie man Beruf, Haushalt und Kinder gut in Balance hält und sich selbst nicht überfordert.

Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann hob die zahlreichen Erfolge der Bäuerinnen in den vergangenen Jahren hervor.

Bäuerinnen wollen Pflichtschulfach Ernährungs und Lebenskompetenz

Die Bäuerinnen führten auch vor Augen, was sie in den vergangenen Jahren erreicht haben: 75.000 Schulkinder erfuhren in den vergangenen zwei Jahren wissenswertes über die Lebensmittelerzeugung. 320 Bäuerinnen absolvierten den ZAM-Lehrgang. Die Bäuerinnen erreichten eine Verdoppelung des Wochengeldes der Bäuerinnen. Das Sorgentelefon von Lebensqualität am Bauernhof" wurde auf breitere Beine gestellt. Zudem werden immer mehr Bäuerinnentage in den Regionen abgehalten, wo sich Bäuerinnen austauschen können. Als nächste Ziel haben sich die Bäuerinnen das Pflichtschulfach Ernährungs- und Lebenskompetenz" gesetzt.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

Schreiben Sie Beate Kraml eine Nachricht

Droht jetzt Verbot der Vollspaltenböden?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen