Deutschland: Fleischbranche verkündet Mindestlohn von 7,75 €

In Deutschland einigten sich die Gewerkschaft NGG und Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) auf einen Mindestlohn von zunächst 7,75 Euro. ANG-Hauptgeschäftsführerin Valerie Holsboer spricht von einem "echten Neubeginn" für die Branche. Das meldet Lebensmittel Zeitung online. In Österreich wurden die deutschen Verhältnisse immer wieder heftig kritisiert, so z.B. erst kürzlich von Hans Schlederer von der Schweinebörse im Kurier.

Schlachthof

Foto: Udo Böhlefeld / pixelio.de (Bildquelle: )

"Es ist der Anfang vom Ende des Lohndumpings, wird in Deutschland der Vizechef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Claus-Harald Güster, zitiert.

Die Betriebsräte würden nun darüber wachen, ob die Firmen den Arbeitern das Geld etwa über hohe Mieten für Unterkünfte oder Abzüge für Arbeitskleidung und Werkzeug wieder abnehmen. Wenn wir feststellen, dass es dort Umgehungstatbestände gibt, werden wir uns wiedersehen, so Güster.

ANG-Hauptgeschäftsführerin Valerie Holsboer sicherte zu: Die Fleischwirtschaft steht komplett zu dem, was wir verhandelt haben." Sie sprach von einem echten Neubeginn" für die Branche, die in die Kritik geraten war, weil sie osteuropäischen Werkvertragskräften nach Angaben von Betriebsräten Stundenlöhne von nur vier bis fünf Euro zahlte: Das ist ein Zerrbild dieses Wirtschaftsbereichs, das keinen glücklich gemacht hat, so Lebensmittel Zeitung online weiter.

Stufenweise Erhöhung

Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, dass für die insgesamt 100.000 Beschäftigten ab Juli ein bundesweit einheitlicher Mindestlohn gilt. Er liege zunächst bei 7,75 Euro und steige bis Dezember 2016 in drei Stufen auf 8,75 Euro. Der Mindestlohn solle auch für die Werkvertragskräfte gelten - laut Gewerkschaft seien das mindestens 15.000 der Beschäftigten.

Positive Reaktionen kämen auch aus der Fleischbranche. Endlich haben sich unsere jahrelangen Bemühungen um einen Mindestlohn bezahlt gemacht, wird Vion-Food- Geschäftsführer Bernd Stange zitiert. Damit habe sich Vions Hartnäckigkeit in der Tarifkommission und zahlreichen bilateralen Gesprächen im Interesse der 80.000 Beschäftigten der Branche eindeutig gelohnt".


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