Entscheidung über Milch-Superabgabe vertagt

Die Verhandlungen über eine Reduktion der Milch-Superabgabe für das laufende Milchwirtschaftsjahr 2014/2015 wurden gestern beim Agrarministerrat in Luxemburg vertagt. Grund für die Debatte über die Strafabgabe ist das Auslaufen der Milchquoten am 31. März 2015.

(Bildquelle: )

Bundesminister Andrä Rupprechter fordert eine deutliche Reduktion der Strafzahlungen. „Für unsere Bäuerinnen und Bauern ist es nicht nachvollziehbar, dass sie knapp vor dem Auslaufen der Quotenregelung noch eine hohe Überschussabgabe zahlen müssen, so der Minister.

Mehrheit für Änderungen bei der Strafabgabe

Nach einem entsprechenden Vorstoß von Österreich und den Niederlanden im Februar ist inzwischen eine klare Mehrheit der Mitgliedsstaaten für Änderungen bei der Strafabgabe. Unter anderen streben Deutschland und Spanien eine Anpassung an. Zu den Skeptikern gehören Frankreich und Großbritannien. Beim Agrarrat im Juli steht das Thema wieder auf der Agenda.
 
Der aktuelle Vorschlag sieht eine Anpassung des so genannten Fettkorrekturkoeffizienten vor, wodurch sich die Milchquote für Österreich de facto erhöht.  Damit würden sich die heimischen Milchlieferanten rund acht Millionen Euro an Überschussabgaben pro Jahr ersparen.  Der positive Fettkorrekturkoeffizient ist ein Faktor, mit dem bei einem höheren tatsächlichen Fettgehalt in der Milch im Vergleich zum festgelegten Wert die Gesamtliefermenge rechnerisch erhöht wird. Dadurch dürfen die Milcherzeuger mehr liefern, ohne Überschussabgaben zahlen zu müssen.

Minus 30.000 t durch Fettkorrektur möglich

Durch die Anpassung der Fettkorrektur würde eine Reduktion der Überlieferungsmengen für Österreich von rund 30.000 Tonnen erreicht werden. Im abgelaufenen MWJ 2013/2014 müssen österreichische Milchbauern wegen Überlieferung 28,7 Millionen Euro an Überschussabgaben zahlen.
 
Rupprechter: „Die Reduktion der Strafabgabe gibt den Bäuerinnen und Bauern die Möglichkeit, sich besser auf das Auslaufen der Milchquoten vorzubereiten. Der Milchmarkt ist derzeit sehr aufnahmefähig, international besteht eine große Nachfrage nach Milchprodukten. Statt Strafe zu zahlen, können die Bäuerinnen und Bauern das  Geld in ihre Betriebe investieren, um aktuelle und künftige Marktchancen nutzen zu können.“
 

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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